Beharrlichkeit- Wachsen im Gebet.(P.Washer.English/Deutsch)

Beharrlichkeit – Wachsen im Gebet

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Ich habe keine Angst davor, in meinem Gebetsleben Fehler zu begehen, denn ich diene einem Gott der Gnade. Hier aber in Hebräer 11:1 steht etwas Erstaunliches, nämlich: „Es ist aber der Glaube ein Beharren auf dem, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.“ Nun, wie können wir das umsetzen? Wie können wir diese Zuversicht haben? Überzeugt von Tatsachen, die man nicht sieht? Es gibt nur einen Weg… das Wort Gottes.

Es ist jedes Mal sehr schwer für mich, an einen Ort wie diesen zu kommen. Ich passe hier nicht wirklich hin. Am wohlsten fühle ich mich im Busch, auf dem Missionsfeld. Ich meine das nicht als Beleidigung. Ich fühle mich eigentlich wohler in großen Gemeinden, die gefüllt sind mit Leuten, die sich im Namen Jesu versammelt haben, Ihn aber nicht wirklich kennen. Nun, ich bin heute hier, und… Bruder Riddle hat wahrscheinlich mehr vergessen, wie ich jemals gelernt habe. Einige von euch haben mehr Kenntnisse als ich. Ihr wisst mehr. Was kann ich euch erzählen?

Aber ich kann euch folgendes fragen: Wie viel habt ihr heute Morgen gebetet? Wie lange verweilt ihr jeden Tag vor dem Thron Gottes? Für mich ist da etwas beängstigendes an dieser reformierten, puritanischen, biblischen Ideologie der souveränen Gnade Gottes. Oh, ich liebe die Lehre. Wir erfreuen uns an der puritanischen Lehre, aber erfreuen wir uns ebenfalls an der puritanischen Frömmigkeit? Kennen wir die Erfahrungen eines David Brainerd? Haben wir die ganze Nacht ausgerufen, im Schnee, in den Wäldern, dass wir uns selbst prüfen im Bezug auf die Dinge, die erforderlich sind? Glauben wir eigentlich noch, dass die Gegenwart Gottes an einen Ort kommen kann und jeden Menschen erniedrigt? Kennen wir die Kraft des Heiligen Geistes? Kennen wir die Gegenwart Gottes in solch einer Weise, die uns sprichwörtlich zum AUSEINADERFALLEN bringt, und uns dann aber wieder zusammenfügt? Oh, liebe Geschwister, es muss so viel in der Welt getan werden, aber die Macht des Fleisches kann es nicht ausführen, und die Stärke des Verstandes kann nicht realisieren, was getan werden muss. Es liegt allein in der Macht des lebendigen Gottes, und ich verstehe nicht das Rätsel, ich kann den Grund nicht verteidigen, aber eines weiß ich, nämlich dass abgesehen vom Gebet, von einem BESTÄNDIGEN, ANDAUERNDEN, GLAUBENDEN GEBET wir trotz aller Lehre tot wie ein Türknauf sind.

Wie sehr brauche ich GOTT! Manchmal fühle ich mich so, als ob ich nicht atmen könnte, bis ich IHN habe! Einige von euch kennen das. Aber vielleicht habt ihr es auch vergessen. Ihr erinnert euch an die Zeiten, vor ihr in Seiner Gegenwart weiltet. Und ihr WUSSTET, dass Gott dort war, nicht nur wegen der Lehre, die euch sagte, dass Gott allgegenwärtig sei, sondern weil sich Gottes Anwesenheit bei euch in jenem Zimmer offenbarte. Sobald diese Erfahrung euer Leben berührt hat, so könnt ihr NICHT weiter ohne ihr leben! Ich spreche hier nicht von irgendwelchen charismatischen Erfahrungen. Ich spreche hier nicht über Dinge die euren Vätern (theologischen Vätern), die wir sehr lieben und ehren, fremd waren. Lest Jonathan Edwards. Lest David Brainerd. Meine Lieben, lest Charles Spurgeon. Lest John Flavel. Wir haben die Schrift, und wir sollten darin weise sein. Unser Volk geht zugrunde aus Unwissenheit, und ihr wisst das. Aber das Wissen an sich, in der Bibel, ist etwas übernatürliches, oder nicht? Wissen kommt nicht zwangsläufig durch eine Rangelei mit dem logischen Denken. Es kommt durch die Offenbarung Gottes, und das ist eine geistliche Angelegenheit! Unser Volk geht unter durch Unwissenheit. Sie brauchen Gottes Wort, aber sie brauchen den Geist Gottes, der es ihnen offenbart. Wir brauchen den GEIST GOTTES, der unsere Münder berührt, unsere Herzen und unser Leben, als Prediger und Pastoren. Wir können ohne dies NICHT leben! Oh, dass sich einige von euch doch selbst fortreißen würden und in die Wälder gehen, und eine Woche nicht zurückkommen würden! Dass ihr doch auf die Berge steigen würdet und Steine aufsammelt vom Boden und sie gen Himmel hochwerft und schreit: „ICH WERDE DIESEN RINGKAMPF NICHT AUFGEBEN, BIS DU MEIN LEBEN BERÜHRST! BIS DU MICH VERÄNDERST! BIS DA IRGENDWAS VON G O T T IN MIR IST !!!“ Ich bin der Worte so müde. Die Worte sind zwar kostbar, aber OHNE DEN GEIST GOTTES sind sie NICHTS! Oh, IHN doch zu kennen!

Geschwister, Manchmal habe ich scherzhaft gesagt, dass wenn die Zeugen Jehovas an meine Tür klopfen und sie sagen: „Wir sind Zeugen Jehovas“, ich dann die Tür aufmache und sage: „Nun, kommt herein, denn ich bin auch einer!“ Und ich lasse sie für ca. 10 Minuten reden und sage anschließend: „Ihr seid keine Zeugen für Jehova. Ihr LÜGT über Jehova.“ Nun, wieso tue ich das auf diese Art? Weil ich einen Mann vor vielen, vielen Jahren habe sagen hören: „Ich werde keinem Kult erlauben, weder meinen Namen von mir zu rauben, noch mein Erbe. Und… noch werde ich zulassen, dass TV Prediger und Evangelisten,- viele von ihnen sind Ketzer und gehören Bewegungen an,- den Heiligen Geist von mir stehlen. Ich werde keine Angst vor ihnen haben. Ich werde weder mein Erbteil, noch meine Stellung als Mann Gottes verwerfen weil andere Leute falsch vom Geist Gottes und Seiner Kraft in ihrem Leben bezeugen. Das werde ich NICHT!“

Ich habe hier ein Buch. Und in diesem Buch befindet sich das Buch der Apostelgeschichte. In diesem Buch sehe ich die mächtigen Werke Gottes. Es handelt sich nicht um die „Taten“ von Menschen, sondern von „Taten“ Gottes durch Menschen. Dort lese ich, dass offensichtlich Christus wusste, was Seine Leute brauchten. Begreift ihr, sie haben Ihn auferstehen sehen, und dennoch haben einige noch gezweifelt! Sie hatten immer noch Angst, und das ging soweit, bis der mächtige Wind vom Geist Gottes durch sie hindurch fegte und über sie ausgegossen wurde! Heutzutage gibt es so viel Gerangel um diesen Text, und wir verfehlen seine komplette Botschaft. Jawohl, wir müssen den Text korrekt betrachten, um uns selbst und unsere Sichtweise vor denen zu verteidigen, die ihn falsch interpretieren, aber gleichzeitig dürft ihr nicht das Ziel verfehlen. Sie brauchten Kraft vom Allerhöchsten. Sie haben Ihn sterben gesehen. Sie haben Ihn auferstehen gesehen. Aber da war nichts, bevor der Geist Gottes über sie ausgegossen wurde, wie im Buch Joel beschrieben, halt nur in neutestamentlicher Weise, sodass sie dann fähig waren, auszuhalten und Zeugnis gaben für dieses Wort und Christus.

Es wird den von Gott Geliebten absolut nichts vorenthalten, von den Geliebten Christi. Kein geistlicher Segen wird euch vorenthalten sein. Es gibt keinen Maßstab Seiner Gegenwart, den Er euch ablehnen wird, aber ihr habt nicht, weil ihr nicht bittet! Oh, liebe Geschwister, welch ein Festmahl, welch Fülle, welch See voller Freude ist Seine Gegenwart. Und die Kraft zum Dienst zu haben, als ob wir von einander getragen werden.

Seid sehr, sehr vorsichtig. Denn obwohl ich glaube, dass ihr das Gesagte braucht, werden einige von euch so unruhig sein, und sie werden euch beim Verlassen dieses Gebäudes sagen: „Nun, er hat in den ersten 15 Minuten nicht einmal seine Bibel aufgeschlagen.“ Hört ihr nicht, dass Gott redet, dass euch im Moment biblische Dinge gesagt werden? Ich bin kein planmäßiger Theologe. Ich kenne meine Begrenzungen. Ich bin kein Gelehrter. In Seminare kann ich nicht bestehen. Daher schätze ich diejenigen, die das können. Wäre es nicht ihretwegen gewesen, so wüsste ich nicht, in welche Richtung mein Leben verlaufen wäre. Solch geniale Männer brauche ich. Ich bin keiner von ihnen, aber was ich euch sagen kann ist, DASS ICH MEIN GANZES LEBEN LANG HILFSBEDÜRFTIG WAR, UND ICH WAR SCHWACH, UND ICH WAR ZU LANGSAM, UND HATTE ANGST, ABER ES VERANLASSTE MICH, ZU I H M ZU LAUFEN! UND INDEM ICH ZU IHM LIEF, FAND ICH SOLCHE HERRLICHKEIT! DA IST SOLCH EINE KRAFT! DA IST SOVIEL LEBEN!

Ihr seht, es geht nicht darum, dass sie korrektes Denken brauchen, dass Menschen irgendwie in der Lage wären, mit ihrem Verstand zu begreifen, es muss so wie bei Hesekiel sein: „Können diese Gebeine wieder lebendig werden?“ Ihr seht, wir sollten Gelehrte sein, aber ebenso sollten wir Propheten sein. Wir sollten keine Geschäftsmänner und Verwalter sein. WIR SOLLTEN DIE KRAFT DES LEBENDIGEN GOTTES BEI UNS HABEN! UND WENN WIR DAS WORT VERKÜNDIGEN, SO VERKÜNDIGEN WIR WORTE AN TOTE MENSCHEN! ES MUSS DER GEIST DES LEBENDIGEN GOTTES SEIN, DER KOMMT UND SIE VON DEN TOTEN ERWECKT! Und wenn sie von den Toten auferstehen, so sind sie trotzdem noch nicht reif. Sie brauchen einen ausgebildeten Christus in ihnen. Sie müssen die ganze Gestalt von Christus erreichen, und dies „erfordert“ Wissen. Nochmals, unser Volk geht zugrunde durch Unwissenheit, aber,…oh mein lieber Gott, ziehe Deine Hose hoch und zeige mir Deine Knie.

War Paulus kein Fürsprecher? War er´s nicht? Oh, mein lieber Bruder, hör mir zu. Es ist NICHTS UNMÖGLICH im Gebet! Es ist nichts unmöglich! Es gibt so viele Gläubige, die Gewohnheitssünden in ihrem Leben haben und sie meinen, dass es buchstäblich für immer so sein wird. Sie sind mit ihrer Versklavung dermaßen einverstanden, anstatt auf ihre Knie zu gehen und zu Gott aufzuschreien, bis sie von der Sünde befreit sind. Als Pastoren predigen wir, und predigen, und predigen, und predigen, aber wo ist der Beweis der Kraft? Ja, Menschen werden durch Predigen verändert, aber HABT IHR JEMALS LEUTE VERÄNDERT GESEHEN, BEDINGT DURCH EUER GEBETSLEBEN? Habt ihr jemals im Geheimen ein paar Leute genannt, auf denen euer Gebet fokussiert war, und seid dabei auf eure Knie gegangen und habt gekämpft, gekämpft, und gerungen und gerungen, bis Christus in ihnen geformt wurde und ihr habt dann eine Reife, eine Glut und ein Leben gesehen, das absolut unerklärlich war abgesehen von der Macht des lebendigen Gottes?

Die meisten Geistlichen haben ihr Amt der 5th Avenue verkauft, und zur Vermarktung, und bilden kulturelle, feinfühlige, geschäftsmäßige Gemeinden! DAS IST ABSOLUT ERBÄRMLICH! Verkauft aber euer geistliches Amt nicht einfach an die Gelehrsamkeit. Ihr seid Männer Gottes! Dies bedeutet, dass ihr mit Ihm verweilt im geheimen Gebet… geheimen Gebet… geheimen Gebet. Ist die Gegenwart Gottes eine Realität in eurem Leben? Selbst diese Aussage macht einigen von euch Angst und ihr zittert. Wird er jetzt auf uns losgehen? Ist er in Wahrheit nicht einer von uns? Ist er ein wenig zu…,- auf Erfahrungen fixiert? Nochmal, geht zurück und lest eure alten Bücher. Findet jene Menschen. Oh Geschwister, wir sind weit mehr als nur Verwalter. Wir sind mehr als nur Gelehrte. Wir sind Menschen,die in der Präsenz des Allerhöchsten wohnen.

Jeder Konflikt in eurem Leben, jede Zerrissenheit eures Körpers hat ein Ziel: Es beabsichtigt, euch auf eure Knie zu bringen. Jeder Konflikt, jeder Kampf – heute wurde auf dieser Kanzel kein Kampf geführt. Er wurde an diesem Morgen bereits um 5 Uhr gekämpft. Der Kampf wird nicht hier geführt, sondern im Gebet. Er wird im Gebet gewonnen. Die Sache wird im Gebet gehandhabt. Die Sache wird im Gebet gehandhabt.

Ich möchte, dass ihr für einen Moment Lukas Kapitel 18 Vers 1 aufschlagt. „Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis dafür, dass man allezeit beten und nicht nachlässig werden solle.“ Wisst ihr, ich höre heutzutage sehr oft,- selbst unter Pastoren, die sagen: „Nun, ich habe nicht wirklich eine bestimmte Zeit für´s Gebet. Ich bete einfach die ganze Zeit über.“ Ich glaube ihnen NICHT. Denn ich habe gelernt, dass das Ausüben der Gegenwart Gottes und das praktizierende Gebet ein erlerntes Benehmen ist. Es kommt daher, wenn ihr mit eurem Gott bleibt. Was möchtet ihr denn sonst tun? Welch größeres Privileg wurde euch denn gewährt, als mit Gott zu bleiben, Ihn anzubeten, zu Ihm auszurufen, mit Ihm zu kommunizieren?

Ihr seht, wir sollen die ganze Zeit beten, aber wie sollen wir lernen, die Anwesenheit Gottes auszuüben? Wie sollen wir lernen, die ganze Zeit zu beten? Ich schlage euch die Disziplin eines abgesonderten Gebetslebens vor, indem ihr am Morgen aufsteht, früh, bevor es Tag wird! Und ich bin zu dem Schluss gekommen, dass wenn wir diesen Kampf der Frömmigkeit kämpfen, eines der besten Dinge dafür folgendes ist: Man muss dahinterkommen, was das Fleisch am meisten hasst, und dies sollte man dann als Erstes tun, bevor man geschwächt oder abgelenkt wird. Früh am Morgen aufzustehen…,ich sage euch eines: mein Fleisch hasst das Beten mehr als das Bibelstudium, denn das Bibelstudium kann in der Tat zu meiner eigenen Verherrlichung sein. Ich kann dadurch mehr wissen wie andere. Ich kann besser reden als andere. Wenn ich das Wort gut studiere, dann werde ich fähig sein, auf Konferenzen zu sprechen, aber NIEMAND wird über mein Gebetsleben wissen. Ich werde von Menschen nichts profitieren, aber dafür viel von Gott. Mein Fleisch hasst das Gebet.

Eine andere Sache, besonders für euch junge Prediger: Wir sollten niemals ängstlich sein. Es belustigt mich, wenn Leute, die so sehr an die Souveränität Gottes glauben, offenbar ängstlich sind. Aber manchmal wache ich morgens verängstigt auf. Der Teufel gebraucht diese Dinge als Ablenkungen. Es kann eine eingebildete Sache sein, die in mir Unruhe verursacht. Es kann nur ein kleines Problem sein, aber es beginnt an meinem Verstand zu nagen. Also, was tue ich als Erstes am Morgen? Philipper 4:6 :“Sorgt euch um nichts…!“ Also, was muss ich tun? Ich muss den sorgenvollen Gedanken nehmen, ganz gleich welchen, und ihn sofort vor Gott bringen, und meinen Verstand von aller Sorge säubern. Jetzt stehe ich vor einem herrschenden Gott. Nun bin ich voll davon überzeugt. Und dann bete ich. Ich bete. Ich bete für was? Ich bete für alles. Für alles. Alles.

Geschwister, es gibt ein Gefühl, dass man vom predigen sozusagen „getragen“ wird. Es erscheint einem so, als ob man nicht mehr wüsste, in welche Richtung man getragen wird. Nochmals, ich will nicht sagen, dass wir keine Ausleger sein sollen, denn das müssen wir schon sein. Ich muss ein besserer Ausleger sein, ABER ihr könnt buchstäblich jedes A und O markieren, und dennoch ist keine Kraft da. Ihr wisst genau, wovon ich rede. Ihr habt Männer große Reden schwingen gehört, und trotzdem wurden eure Seelen nicht berührt. NICHTS rührte sich in Bezug auf euer Gewissen.

Jesus lehrte dieses Gleichnis speziell dafür, dass die Menschen wissen mögen, dass sie immer beten sollen. Dieses Gleichnis beinhaltet nur ein Ziel, nämlich dass ihr immer beten sollt, und der Herr predigte hier nicht etwas, was Er selber nicht praktizierte. Der menschgewordene GOTT war ein Mann des Gebets. Ist es nicht erstaunlich, dass nie einer zu Jesus ging und sagte: „Jesus, lehre uns das predigen.“ Sie sagten nicht: „Jesus, lehre uns auf dem Wasser zu gehen.“ Was sie aber sagten war: „Herr, lehre uns zu beten.“ So viele Leute sagten: „Oh, wenn ich nur etwas tun könnte, damit ich Paul in Mars Hill predigen sehen würde.“ Aber wenn ich nur etwas tun könnte, dann würde ich meinen Herrn darin vermitteln sehen. Ich würde meinen Herrn vermitteln sehen.

John Calvin sagte einmal, dass das Herz des Menschen eine Götzen-Fabrik sei. Wir können aus der Gelehrsamkeit einen Götzen machen. Wir können aus der Auslegungspredigt einen Götzen machen. Obgleich all diese Dinge in Ehren gehalten werden sollen, sind sie im Vergleich zu Ihm nur Unsinn. Die Gegenwart Christi, die Macht Christi… Jesus sagt weiter in Lukas 18:2 : „Es war ein Richter in einer Stadt, der Gott nicht fürchtete und sich vor keinem Menschen scheute.“ Nun, was sehen wir hier? Jesus stellt uns hier eine Person dar, die das Gegenteil von Gott ist. Ich meine, im Vergleich zu Gott liegt diese Person auf der anderen Seite der Skala, oder etwa nicht? Er hat keine Gottesfurcht, und scheut keinen Menschen. Es scheint keine Tugend in ihm. Ihr könnt euch diesen Mann etwa so vorstellen… ein gieriger, geiziger Mensch, mit einem begrenzten Geist und einem kleinen Herzen, der von seinem ICH und von seiner SELBSTDARSTELLUNG verzehrt wird.

Vers 3: „Es war aber eine Witwe in jener Stadt…“ Nun müsst ihr bitte verstehen, dass eine Witwe zu jener Zeit, – – so ähnlich wie heute noch an bestimmten Orten in der dritten Welt,- die notleidenste und hilfloseste Frau auf der Welt ist. Da ist niemand so verarmt wie sie, außer vielleicht ihr Kind. Keine Hilfe! Keine wirtschaftliche Kraft, keine soziale Stärke, keine politische Macht, überhaupt keine Stärke! Wenn sie auf der Straße stirbt, so würden die Leute nur sagen: „Wie bekommen wir nur ihre Leiche von uns weg? Wie können wir sie irgendwo hinschaffen, wo wir nicht länger ihre verfaulenden Gebeine sehen?“ Sie hat NICHTS. Dann steht da weiter: „Es war aber eine Witwe in jener Stadt, die kam zu ihm und sprach: ´Schaffe mir Recht gegenüber meinem Widersacher!´ Und er wollte lange nicht, danach aber sprach er bei sich selbst: ´Wenn ich auch Gott nicht fürchte und mich vor keinem Menschen scheue, so will ich dennoch, weil diese Witwe mir Mühe macht, ihr Recht schaffen, damit sie nicht unaufhörlich kommt UND MICH PLAGT.´ Wortwörtlich sagt er: „…damit sie mir nicht unter das Auge schlägt“. Jenes Wort wird gewöhnlich dafür benutzt, wenn zwei Boxer aufeinander einprügeln und einer den anderen halb tot schlägt, und dieser dann voller Beulen ist. Diese Frau aber ist HARTNÄCKIG! ABSOLUT HARTNÄCKIG; und der einzige Grund, weshalb dieser geizige, schreckliche Mann auf sie eingeht ist, weil sie immer wiederkommt, und wiederkommt, und wiederkommt. Er kann es nicht mehr aushalten. Sie ringt mit ihm.

Nun, in Vers 6 sagt der Herr weiter: „Hört, was der ungerechte Richter sagt!“ Jetzt sagt uns Jesus ganz genau, worum es in diesem Gleichnis geht. Oftmals sind die Leute so verwirrt mit Gleichnissen, denn sie suchen überall in dem Gleichnis nach der Bedeutung. Sie finden eher Kleinkram und Nebensächliches, aber ein Gleichnis,- und ich glaube, auch wenn es viel lehren kann,- ist immer darauf aus, eine zentrale Wahrheit hervorzuheben. Und Jesus wird uns diese Wahrheit nun hier zeigen. Er sagt: „Und der Herr sprach: ´Hört, was der ungerechte Richter sagt!´ Nun, was sagt er denn? Er möchte sagen: „Ich will, dass ihr über das christliche Leben und das Gebet lernt!“ Hört, was der ungerechte Richter sagt! Hört ihm zu! „…so will ich dennoch, weil diese Witwe mir Mühe macht, ihr Recht schaffen, damit sie nicht unaufhörlich kommt und mich plagt.“ Weiter steht in Vers 7: „Gott aber, wird Er nicht Seinen Auserwählten Recht schaffen, die Tag und Nacht zu Ihm rufen, wenn Er auch lange zuwartet mit ihnen?“

Eine Sache von den vielen, die ich an Charles Spurgeon so schätze ist, dass er fest und solide war, so wie man heute sagen würde, entweder „souveräne Gnade, „reformiert“, oder „1689“,… er war genau dort in der Mitte; aber wenn Spurgeon sich mit einem Text befasste, so predigte er nur den Text! Er versuchte nicht, etwas mit einer anderen Lehre in Einklang zu bringen, um angeblich jene Lehre zu schützen. Es wäre ja so, als ob wir versuchen würden, unsere Lehre vor der Schrift zu beschützen. Hört! Ich glaube, dass Gott absolut souverän gegenüber ALLEM ist, und Er ordnete alles an bevor die Welt erschaffen wurde, und dieser Glaube führte mich in mehr Probleme als alles andere, aber ich weiß, es ist schriftgemäß und trotzdem weiß ich gleichzeitig, dass ich nicht habe, weil ich nicht bitte! Und ich kann es NICHT erklären! Ich wurde nicht dazu berufen, es zu erklären. So geht es auch mit einer Vielzahl von anderen großartigen Lehren der Schrift.

Anstatt meine wenigen Jahre auf diesem Planeten zu versuchen, alles in meinem Kopf angeblich in Einklang zu bringen, so sollte ich einfach nur gehorsam gegenüber den einfachen Wahrheiten sein. An einem souveränen Gott festzuhalten, denn abgesehen von Ihm gibt es keine Hoffnung für Mensch, Universum, oder der ganzen Schöpfung. Daran will ich festhalten! Denn das ist meine Gewissheit und meine Stärke und die einzige Möglichkeit zu wissen, dass ein Gebet erhört werden kann. Und dennoch, dieses große Mysterium scheint über meinen Verstand hinauszugehen, sodass mir gesagt wird : „Ich habe nicht, weil ich nicht bitte!“ Mir wird gesagt, ich soll vor meinem Gott das tun, was diese Witwe vor diesem schrecklich ungerechten Mann tat.

Jakob, er rang mit Gott. „Ich werde Dich nicht loslassen, bis Du mich segnest.“ Auf eine Art erfreut sich Gott an dieser Form des Glaubens. Irgendwie findet Gott gefallen daran, mit Seinen Leuten zu ringen, besonders mit einem Mann, oder Frau, oder Kind, die dem alles glauben! Soweit zu glauben, um zu bitten, und zu bitten, und zu bitten, und zu bitten. In Vers 8 sagt Er weiter: „Ich sage euch: Er wird ihnen schnell Recht schaffen! Doch wenn der Sohn des Menschen kommt, wird Er auch den Glauben finden auf Erden?“ Nun, ich sage euch, Er wird ihnen schnell Recht schaffen. Und wenn wir schon durch das Buch der Psalmen gehen, wo ihr lernen könnt, wie man betet… so fangt aber zuerst mit dem Herrn Jesus Christus an, und geht dann zu den Psalmen, und anschließend zum Apostel Paulus. Dann werdet ihr lernen, wie man betet.

Aber wenn wir in das Buch der Psalmen schauen, so entdecken wir etwas, was dem zu widersprechen scheint. Er sagt, dass der Herr ihnen schnell antworten wird, der Herr wird ihnen schnell verkündigen. Gehen wir jedoch ins Buch der Psalmen, so wird uns gesagt, dass David Tag und Nacht wartete. „Wie lange, oh Herr? Das ist der Ausruf Davids und der Propheten. Da ist dieses Warten, dieses Aushalten, dieses Ringen, diese Beharrlichkeit im Gebet. Wie kann das denn sein? Nun, ich weiß und ihr alle wisst es auch, wie häufig dies in der Schrift passiert, und wie oft es auch in eurem eigenen Leben schon passiert ist. Ihr ruft aus zum Herrn, ihr ruft zu Ihm aus, aber da ist diese Verzögerung. Ihr seid hartnäckig, aber es zögert sich hinaus. Und ihr ruft einfach weiter aus zu Gott, aber ein Verzug folgt dem nächsten, aber wenn Er aktiv wird, ist die Angelegenheit innerhalb weniger Sekunden erledigt. Wie der Kampf gegen Midian mit dem Kommen des Messias verbunden wird, so wie man in jenem Kampf keinen Finger krümmen musste, keine Fackel anzündete oder einen Kiefer brach, so wurde der Kampf dennoch gewonnen! Und weshalb wurde Er so schnell aktiv? Ich werde euch genau sagen, wieso. Sodass sich kein Mensch rühmen konnte, dass es auf seine eigenen Werke basierte, oder auf andere Zufälligkeiten.

Nun, das ist für junge Leute sehr wichtig. Lernt diese Lektion. Wenn ihr eine übernatürliche, wundersame Befreiung erlebt, bewirkt durch Gottes Hand allein durch Gebet, wenn dies eintrifft, so werdet ihr glauben, ihr werdet es sehen und wissen, dass es von Gott kam, und ihr werdet euch daran erfreuen. Aber dann, nicht sofort am nächsten Tag, nicht einmal die nächste Woche, womöglich nicht einmal im nächsten Monat, aber innerhalb 1-2 Jahre wird folgendes passieren: der Täuscher wird kommen und er wird euch auf etwas hinweisen: „Weißt du noch als du jung warst, als du gedacht hast, dass Gott etwas wunderbares getan hätte, aber die Sache kann man ganz einfach auf natürliche Weise erklären.“ Habt ihr das schon einmal erlebt? Habt ihr schon erlebt, wie Gott unter euch ein großes Wunder vollbracht hat und dann wartet der Satan immer eine Weile, denn er ist äußerst gerissen. Ein paar Jahre vergehen, und er fängt an euch davon zu überzeugen, dass alles nur jugendlicher Eifer war, Fanatismus, alles ganz natürlich erklärt. Daher, als Gott Israel große Taten der Befreiung erwies, da sagte Er ihnen: „Sammelt einen Haufen Steine“, „schreibt die Geschichte nieder“, „vergesst niemals, niemals, niemals!“ Der Dieb kommt um zu stehlen, selbst das Zeugnis Gottes von uns .

Wisst ihr, einige von euch sind vielleicht länger im Dienst als ich auf der Welt. Ihr kennt die großen Werke Gottes. Einige aber von euch haben diese Werke vergessen, und ihr müsst zurückgehen, und ihr müsst euch wieder daran erinnern, und erinnern, und erinnern, sodass ihr beim nächsten Mal, wenn Befreiung gefordert wird, wissen möget, dass ihr einem Gott dient, der Menschen befreit! Ein Gott, der Sein Volk errettet.

Nun, „Doch wenn der Sohn des Menschen kommt, wird Er Glauben finden?“ Den Glauben? Vielleicht den christlichen Glauben? Womöglich jenen Glauben, der durchhält? Wird Er diesen Glauben auf Erden finden? Ich möchte jetzt nicht zu dramatisch werden, oder irgendetwas in den Text hineininterpretieren, aber es scheint so, als ob sich an dieser Stelle die Stimmung oder Haltung des Herrn ändert. Es ist fast so, als ob Er sagen würde: „Hört mir zu, ihr Leute, Hört mir genau zu! Ich habe euch in die Gemeinschaft mit einem Gott gebracht, der Gebete erhört. Jederzeit, wenn ihr in Meinem Namen bittet, so wird Er es tun. Erfreut euch an dem, was Gott durch Gebet bewirken wird!“ Dann aber hält Er plötzlich inne,- ein Moment des Nachdenkens,- und sagt: „Aber nochmals, wenn ich zurückkommen werde, wird irgendjemand glauben, was ich gesagt habe?“ Werdet ihr glauben? Ich werde euch sagen, wie sehr ihr glaubt… Wie oft bittet ihr? Wie lange haltet ihr durch? Leute, ist es in eurem Leben nicht wahr, dass ihr mit dem Fleisch gestritten und gerungen habt, und ihr habt daran gearbeitet und wart auch ehrlich dabei, und ihr habt in eurer eigenen Stärke gekämpft, und gekämpft, und gekämpft… und konntet nichts erreichen. Am Ende seid ihr dann ins Gebet getrieben worden.., man investierte offensichtlich so wenig Gebet für die Sache, die man gelöst haben wollte: „Nun, die einzige Zuflucht, die wir noch haben, ist das Gebet.“ Was für eine gotteslästerliche, dreckige Aussage.

Oh, geht ihr in die Kammer und erwartet? Tut ihr das? Bittet ihr voller Erwartung? Nun, wir haben hier ein Problem, das ich behandeln möchte, und es tut mir sehr leid. Eigentlich wollte ich über 1. Korinther 15 predigen, aber lasst uns für eine Sekunde in den Hebräerbrief Kapitel 11 schauen. Ich möchte etwas klären, zumindest in meinem kindlichen Glauben, in meiner einfachen Art zu denken. Dies hat meinen Verstand beeinflusst. Hebräer 11 Vers 1: „Es ist aber der Glaube ein Beharren auf dem, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.“ Nun, dieser Text ist… ich meine, er ist ein ganzes Buch wert. Verschiedene Bücher könnten darüber geschrieben werden, und es wurde auch gemacht. Dies ist so weise, denn die Frage, zu der wir daraus geleitet werden, ist folgende: „Wie kann ich Gewissheit haben bezüglich dessen, worauf ich hoffe? Und wie kann ich von etwas überzeugt sein was ich nicht gesehen habe?“ Denn eure Angst gegenüber der großen Mehrheit, die heute behauptet, sie habe Christus, die sich über Ihn anmaßt, ist schon Recht begründet. Sie verlangen, vermuten und garantieren Dinge von denen sie nicht das Recht haben, sie zu garantieren. Das wissen wir. Manchmal sage ich mir: „Ich denke, die Charismatiker glauben an Dinge, die Gott nie zugesagt hat. Die reformierten Leute aber glauben nicht einmal, was Er zugesagt hat.“

Nochmals, Geschwister, ich könnte hier her kommen und es würde mir nichts Gutes bringen, ein theologisches Studium zu machen, ihr habt mehr Wissen als ich. So habt einfach für eine Weile Geduld – vielleicht ist es etwas, was ihr hören solltet. Wisst ihr, vor einigen Jahren habe ich etwas entdeckt,- manchmal höre ich Männer wie John Piper, und ich lese Iain H. Murray, der unter den modernen Leuten einer meiner Favoriten ist, und ich liebe John Flavel, sein erster Band. Spurgeon ist mein absoluter Liebling. Aber nach einiger Zeit fangt ihr an, etwas zu entdecken. Ich entdecke im Grunde nicht wirklich etwas Neues. Selbst wenn es diese Männer auf solch großartige Weise sagen. Aber wisst ihr, vor einigen Jahren war ich auf einer Versammlung, und bevor ich redete, baten sie 6 Neubekehrte nach vorne zu kommen, um ihr Zeugnis zu geben. Sie wurden zwischen sechs Monaten und einem Jahr gerettet. Und als sie nach oben kamen, da habe ich nichts Neues gelernt, erinnerte mich aber an viele Dinge, die ich bereits vergessen hatte. Ihren Eifer, ihren kindlichen Glauben, ihre Leidenschaft. Ja, manchmal sehen sie Gott so, wie manche Leute Tierfiguren in den Wolken sehen. Tiere, die gar nicht da sind. Ja, manchmal tun sie eine Vielzahl von unsinnigen Dingen, aber waren jene Zeiten nicht wundervoll? Ihr habt Gott geglaubt! Es war neu. Es war erfrischend. Es war nicht einfach in irgendeiner These beinhaltet. Es war eine lebenswichtige Beziehung. Vielleicht hat mich Gott deswegen heute hier her geschickt… zu denjenigen, so wie ein Neubekehrter „euch“ ansprechen würde, die ihr doch so viel mehr wisst… zurückzukehren, einfach zurückzukehren.

Ich habe keine Angst davor, Fehler in meinem Gebetsleben zu begehen, denn ich diene einem Gott der Gnade. Hier aber ist etwas erstaunliches in dieser Passage. Da steht: „Es ist aber der Glaube ein Beharren auf dem, was man hofft, Eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.“ Nun, wir können wir das tun? Wie können wir Gewissheit haben? Überzeugt von Tatsachen, die man nicht sieht? Es gibt nur einen Weg… Das Wort Gottes. Das Wort des lebendigen Gottes, die Bibel. Mein Körper schmerzt die meiste Zeit. Meine rechte Hand ist jetzt taub. Ich habe Probleme mit meiner Wirbelsäule und meinem Nacken, und seit Jahren hat mich der Herr nicht geheilt. Ich setze es auch nicht voraus. Ich möchte Ihn auch eigentlich nicht wirklich wirken lassen. Aufgrund meiner Schmerzen wurde so viel geerntet, dermaßen viele Segnungen. Aber Er verspricht niemals in der Schrift, speziell Paul Washer zu heilen. Er kann, und Er heilt Menschen. In diesem großen Mysterium und Seiner Weisheit, da heilt Er nicht jeden. Darin bin ich zufrieden, denn mein Herr weiß, Er weiß was wir benötigen, schon bevor wir Ihn bitten. Ich habe aber eine große Zusage, nämlich: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass Er Seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an Ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ (Johannes 3:16) DARAUF BESTEHE ICH! DAFÜR WÜRDE ICH STERBEN! DARAUF BEGRÜNDET WÜRDE ICH ERWARTEN, AUF EINEM SPINNENNETZ IN DIE EWIGKEIT ZU BAUMELN! Ohne jegliche Angst! Ihr seht, wir haben eine große Überzeugung und eine große Hoffnung. Und wieso? Denn „So spricht der Herr“!

Aber jetzt kommt das Problem, zumindest in meinem Kopf: „ Nun denn, Herr, wie soll ich denn für jemanden beten, der krank ist? Wie soll ich das aus dem Glauben heraus tun? Wie soll ich für bestimmte Dinge beten, die mein erneuertes Herz und mein erneuerter Verstand begehrt? Wie kann ich für solche Dinge beten?“ Denn es gibt eine Anzahl von Dinge, die hauptsächlich nicht in diesem Buch verheißen werden. Nun, ich weiß, was so viele Leute schon gehört haben; jenes Klischee, was ich nicht mag: „Gott erhört immer Gebete, aber manchmal ist Seine Antwort einfach ´Nein´.“ Das mag ich nicht. Damit stimme ich nicht überein und ich denke, es führt zu Missverständnissen. Nun, hier ist etwas, was ihr sehen sollt. Für all die großen Zusagen, die sich in der Schrift finden,- Brüder und Schwestern,- betet sie. Betet diese Zusagen. Betet sie. Die Verheißungen bezüglich der geistlichen Dinge, damit meine ich vor allem Epheser 1 – betet dies für eure Frauen, betet dies für eure Gemeinde! Oh, die Eigenschaften in 1. Timotheus 3 für einen Ältesten, oder eine gereifte Person in der Gemeinde… betet dies für euren Pastor! Das sind Dinge, von denen wir wissen, das sie dem Willen Gottes entsprechen. Aber wie soll ich beten, wenn ich unsicher bin? Wenn ich keine bestimmte Verheißung habe, wie kann ich da aus Glauben beten? Auf folgende Weise kann ich aus Glauben beten: In Hebräer 11:6 finden wir: „Ohne Glauben aber ist es unmöglich, Ihm wohlzugefallen, denn wer zu Gott kommt, muss glauben, dass Er ist und dass Er die belohnen wird, welche Ihn suchen.“

Mein Glaube ist nicht, dass Gott jene spezielle Sache erfüllen wird, um die ich Ihn bitte. Nun, ihr meint jetzt bestimmt, die Alternative ist: „Ja, vielleicht sagt Er ´Nein´ “. Nein, das glaube ich nicht. Gott mag nicht die Sache umsetzen, für die ich Ihn bitte, aber Er wird den Glauben belohnen. Er wird etwas tun. Es wird einen Gewinn bringen, wenn man Gott in dieser Hinsicht sucht. Wenn ich einen heiligen Mann sehe, der krank ist,- ich habe einen dieser Männer, die ich auf dieser Welt sehr verehre, der momentan an Bauchspeicheldrüsenkrebs stirbt. Ich bitte Gott darum, diesen Mann zu heilen! Ich flehe Gott an, ihn zu heilen! Wieso? Weil es das ist, was ich begehre! Es ist das Verlangen meines Herzens! Ja, ich ruhe in Seiner Souveränität. Nein, ich habe kein sicheres Wort darauf, aber ich bitte Gott darum, ihn zu heilen. Aber eines weiß ich: WENN GOTT IHN NICHT HEILT, SO WIRD GOTT DENNOCH MEIN BETEN WÜRDIGEN! ER WIRD ES BELOHNEN! ER WIRD JENEM MANN ETWAS GEBEN,-AUFGRUND MEINER GEBETE,- ER WIRD IHM WEITAUS WICHTIGERES GEBEN, ALS WAS ER NÖTIG HAT! GOTT BELOHNT IMMER EIN GEBET DURCH GLAUBEN! Seht, ich kann zu Gott gehen und nicht wirklich einschätzen „Ist dies Sein bestimmter Wille? Ist mein Bitten einwandfrei? Wie mache ich mich, Herr? Habe ich alle theologischen Leitsätze befolgt?“ Nein, das muss ich nicht. Ich folge den Wünschen meines Herzens. Ich erbitte von Gott, was ich in der Schrift sehe, was in meinem eigenen Herzen ist, und ich weiß, dass selbst wenn ich eigenwillig bin, und die Sache, die ich begehre, nicht zu bekommen ist, so weiß ich, dass Gott es belohnen wird, und da werden Entscheidungen im Himmel getroffen. Da werden Dinge getan werden. Und es wird Belohnungen dafür geben, Sein Angesicht zu suchen. Daraus folge ich nun dies: Gott antwortet auf Gebete, es ist immer ein Ja. In Seiner Weisheit mag Er nicht alles tun, worum ich bitte, aber wenn ich Ihm vertraue, mein Vertrauen in Ihn setze, so weiß ich, dass Er ein Belohner derjenigen ist, die Ihn suchen.

Gott, ich komme zu Dir. Wir gründen eine Gemeinde in Radfort. Gott, ich komme zu Dir. Ich betete dafür, dass Du Älteste vorbringen würdest. Dafür habe ich gebetet. Ich weiß wirklich nicht, was als Erstes kommen sollte. Ich weiß nicht, wie ich mit der Situation umgehen soll. Herr, Du sollst nur wissen, ich habe mich selbst an Deiner Schwelle gestellt, ich schaue auf zu Dir, und hier bleibe ich. Auch wenn ich nicht weiß, um was genau ich Dich bitten soll, so bleibe ich dennoch hier als ein Zeichen dafür, dass ich vollkommen von Dir abhängig bin, und ich glaube, dass selbst wenn ich nicht weiß, worum ich bitten sollte, Dass DU der BELOHNER derjenigen bist, die DICH suchen! Oh Geschwister, da ist soviel Trost und Stärke. Nun seht ihr, was das Ringen und die Rangelei mit Gott bedeutet, und dabei trotzdem die volle Zuversicht in Seine Souveränität zu haben.

Geschwister, da gibt es diese John Pipers und John MacArthurs und all jene Leute. Ich bin einer, der nur für eine Predigt berühmt ist. Im Gebet aber, wisst ihr, es ist so beängstigend, hier zu sein. Aber es ist nicht beängstigend, fortzulaufen und im Schatten des Allmächtigen zu bleiben, und von Seinem Arm bedeckt zu werden. Dass ist es nicht. Euer Problem ist nicht, dass ihr zu schwach seid. Euer Problem liegt darin, dass ihr zu stark seid. Ich ermutige alle jungen Männer, indem ich sage: „Lernt Griechisch, lernt Hebräisch, lernt Systematik, lernt die Kirchengeschichte, lest die alten Bücher, die ganz, ganz alten Bücher.“ Ich muss ihnen aber auch sagen, dass es zwar alles einen Nutzen hat, das es grundlegend ist, aber was ihr braucht ist LEBEN. IHR BRAUCHT LEBEN.

Würde es euch fremd vorkommen, wenn jemand eine Schwachheit in sich selbst verspürt und sich dann für drei oder vier Tage oder für zwei Wochen ins Fasten und Gebet zurückzieht? Würde es euch fremd vorkommen, wenn ein Problem in der Gemeinde aufkommt und anstatt dass alle es anpacken,- alle gleichzeitig in ihrer eigenen Weisheit,- dass ihr euch ins Gebet absondert, um mit Gott in dieser Angelegenheit zu ringen? Oder wenn man euch eine Frage stellt, worauf man eine Antwort erwartet, dass ihr dann sagt: „Darf ich Zeit haben, darüber zu beten?“ Oh Geschwister… Geschwister, euer Erbe… es sind keine Ländereien, es sind keine Autos, und auch keine schicken Häuser. Euer Erbe ist am Hofe Gottes zu wohnen. In erster Linie seid ihr Menschen, die am Hofe Gottes wohnen. „Oh Du süße Stunde des Gebets, Du süße Stunde des Gebets, die mich von einer Welt der Sorge ruft.“ (Lied von William W. Walford, „Sweet hour of prayer“, 1845)

Ich sage jungen Männern immer, die selbst nicht viel beten und wenn sie fragen ´Wie soll ich denn beten?´, ich dann sage: „Betet, kämpft solange, bis ihr ehrlich mit dem Liederschreiber einstimmen könnt „Oh Du süße Stunde des Gebets, du süße Stunde des Gebets, ich widme dem Herrn meine erste Stunde, die süße Stunde des Gebets.“ Und dann, ihr seht, Beten ist etwas erstaunliches, denn je weniger ihr betet, desto schwieriger wird es zu beten. Aber je mehr ihr betet, so werdet ihr durch´s beten getragen. Geschwister, ihr könnt beten bis ihr denkt ´Wo ist nur die Zeit geblieben? Um 5 Uhr ging ich auf die Knie, jetzt ist es schon 8:30 Uhr. Was ist nur passiert?´ Oh Geschwister, bitte! GEBT EUCH HIN INS GEBET! ES GIBT ABSOLUT KEIN HINDERNIS, DAS NICHT DURCH GEBET ÜBERWUNDEN WERDEN KANN! WIR SIND KEINE MENSCHEN, DIE SICH EINFACH DER FINSTERNIS ERGEBEN UND DANN SAGEN: „…HALT WEGEN DER SOUVERÄNITÄT GOTTES“! WIR SIND MENSCHEN, DIE DIESE FINSTERNIS BEKÄMPFEN! SCHIEBT IHR DEN GANZEN SCHLAMASSEL EINFACH AUF GOTT? GEBRAUCHT DIE SOUVERÄNITÄT GOTTES NICHT EINFACH ALS AUSREDE! WIR SIND MENSCHEN, DIE GOTT GLAUBEN!

Eure Eschatologie mag nicht tausendjährig währen. Ja, alles wird irgendwie großartiger und schöner, das mag sein… Eure Lehre der Eschatologie könnte aber auch sein, dass alles schlimmer und schlimmer werden wird, bis Jesus kommt. Lasst mich euch eines sagen: Jesus könnte heute Abend kommen, Jesus könnte aber auch erst in 1000 Jahren kommen! Darüber habe ich keine Auskunft, und auch ihr nicht. MERKT EUCH, ES GIBT KEINE STELLE IN DER SCHRIFT, DIE BESAGT DASS ICH IN MEINEM LEBEN NICHT GANZE VÖLKER ZU CHRISTUS KOMMEN SEHEN KANN! WARUM NICHT? WIESO NICHT? Warum kann ich nicht erleben, wie Indien nachgibt und auf jedem Hügel eine Flagge für Christus steht? Gott hat mir das nie gesagt. Warum muss ich akzeptieren, dass Amerika immer dunkler und dunkler wird? GOTT HAT MIR DAS NIE GESAGT!

Ihr mögt mit den Anhängern des Millennialismus nicht übereinstimmen, aber eines sage ich euch: sie haben viel mehr vollbracht, oder etwa nicht? Sie haben geglaubt, dass Gott etwas tun würde. Ungeachtet eurer Eschatologie, bis ihr ein Wort von Ihm bekommt, das der Rest von uns nicht kennt. Schaut, wir setzen unsere Füße in Gang, wir kämpfen im Gebet, und wir kämpfen auf der Kanzel! Das ist es, was wir tun. Wir erwarten von Gott, dass Er etwas tut. „Bruder Paul, warum bist du so traurig?“, fragte mich einmal mein Übersetzer in Holland. „Warum bist du heute Abend so traurig?“ Ich antwortete: „Weil sich heute Abend niemand bekehrt hat!“ Wir müssen glauben… Meine Herren, die Verheißungen, und nicht nur die Regeln. Die Verheißungen, die Zusagen. Sie sind hier drin. Ein Licht, das in der Finsternis leuchtet, und die Finsternis konnte es nicht fassen. Die Kraft des Evangeliums. Ich glaube, dass eines der größten Beweise dafür,- wenn nicht der größte Beweis aller Zeiten, nicht die Erschaffung der Welt, sondern die Erschaffung des neuen Menschen ist. Das Resultat der Wiedergeburt, das in unserer Zeit verloren zu sein scheint, ist der allergrößte Beweis für die Stärke Gottes! Er hat die Welt aus dem Nichts erschaffen, und das ist schon erstaunlich. Aber Er erschafft einen neuen Menschen aus einer verdorbenen Menschheit! Das ist Macht! Also weshalb sollte ich nun nicht glauben, dass Gott solche Macht durch die Bekehrung von Menschen vorführt? Lasst uns kämpfen um die Bekehrungen von Menschen! Lasst uns kämpfen für die Gründung biblischer Gemeinden. Lasst uns auf unsere Knie kämpfen und lasst uns an Gott glauben! Es gibt so viel zu glauben.

Noch ein letztes Wort. Ich weiß, dass ich etwas überzogen habe, aber seid vorsichtig, dass ihr nur betet, wenn ihr eure Stiefel angezogen habt. Diese Aussage von Alexander MacLaren habe ich vor Jahren gelernt. Er sprach darüber, wie er in seinem Studium seine Stiefel an hatte. Dies brachte mich zum nachdenken. Er sprach dabei über…was? Dass die Vorbereitung für das Predigen eine harte Arbeit ist. Dann dachte ich: „Muss ich also immer mit meinen angezogenen Stiefeln zur Bibel kommen? Muss ich immer mit angezogenen Stiefeln zu Gott kommen?“ Was ich damit sagen will ist, dass wenn die Bibel für euch nur zu einer endzeitlichen Arbeit wird und ihr euch dem Wort nur mit angezogenen Stiefeln nähert, so seid ihr in Gefahr, eine Beziehung zu verlieren. Also komme ich zu dem Wort mit angezogenen Stiefeln. Ich habe aber mit dem Text gerungen, meine Stiefel auszuziehen und in der Schrift zu wandeln, mich an ihr zu begeistern, mich einfach an ihr zu wärmen und mich an der Bibel zu erfreuen.

Die Bibel ist kein Rätsel-Buch, wo ihr alles ergründen müsst, sondern sie ist ein Buch, an dem ihr Freude haben solltet. Freude am Wort Gottes zu haben. Und genauso ist es mit dem Gebet. Ja, ich sage euch: ein fürbittendes Gebet ist Schwerstarbeit. Lasst euch von niemanden auf den Arm nehmen. Die meisten Leute beten nicht, weil sie meinen, dass es zu einfach wäre, für Leute zu beten. Nein. Fürbitten ist schwer, und das ist das Beten mit angezogenen Stiefeln. Und das müsst ihr tun. Wenn aber alles, was ihr tut, nur beten mit angezogenen Stiefeln ist, so steht ihr in der Gefahr, eine Beziehung zu verlieren, nämlich mit Ihm zu wandeln, einfach mit Ihm zu wandeln, sich an Ihm zu erfreuen, über Ihn nachzudenken und mit Ihm zu reden. Oh, mein lieber Freund, preise Ihn einfach für das Gras, und für die Bäume. Ich meine, dieser Planet sollte eigentlich aussehen wie die Bühne des Theaterstückes „Warten auf Godot“, also alles sollte grau und hässlich sein. Es sollte hier keine Freude geben. Aber die Tatsache, dass es dennoch Freude gibt ist erstaunlich. Wir erfreuen uns an unseren Kindern, laufen neben ihnen her und erfreuen uns an Gott. Habt nicht nur fürbittende Gebete, sondern habt Gemeinschaft. Oh, es ist so schön, manchmal Morgens aufzustehen, und einfach zu sagen: „Herr, können wir heute nicht einfach die Arbeit der Fürbitte an die Seite legen? Ich möchte mit Dir einfach den Bach entlang gehen; ich möchte einfach nur mit Dir reden. Ich liebe Dich so sehr. Du warst so gut zu mir, Gott.“ Sich einfach den Sonnenuntergang anzuschauen und zu sagen: „Gott, wie hast Du das gemacht? Welchen Pinsel hast Du benutzt? Es ist dass Allerschönste, was ich je gesehen habe.“ Geschwister, nehmt euch einfach zu Herzen, was gesagt wurde. Betet darüber. Schau, ob der Herr vielleicht heute zu DIR PERSÖNLICH etwas gesagt hat.


© http://illbehonest.com/german/beharrlichkeit-im-gebet-paul-washer

 

 

Zeugnis von Rudolf Ebertshäuser.

Ein persönliches Zeugnis

 

Rudolf Ebertshäuser.

Im Alter von 30 Jahren fand ich durch Gottes große Gnade zum Glauben an den Herrn Jesus Christus. Bevor ich zur Erkenntnis der Wahrheit und zur Errettung gekommen war, hatte ich mich lange Jahre als marxistischer politischer Aktivist betätigt. Nachdem ich den Betrug der marxistischen Selbsterlösung durchschaut hatte, begann eine Suche nach dem Sinn des Lebens, die mich jedoch zunächst in den Irrgarten fernöstlicher »Weisheits«lehren und Meditationspraktiken führte. Ich suchte die innere Leere und Finsternis meines Herzens mit dem falschen Licht religiöser »Erleuchtung« und Mystik auszufüllen, doch durch die bewahrende Gnade Gottes blieben alle diese Versuche erfolglos; die Friedlosigkeit und Sinnlosigkeit meines Lebens wich nicht.

Erst spät führte mich meine religiöse Suche zur Bibel. Das lebendige Wort Gottes sprach mein Herz an; besonders im Johannesevangelium durfte ich Jesus Christus als das von Gott gesandte Leben mehr und mehr erkennen. Dennoch dauerte es noch eine ganze Zeit, bis mir bewußt wurde, wie ein Mensch wirklich Christ werden kann, und ich im Glauben mein Leben ganz Jesus Christus übergab. Es folgte eine Zeit großer Freude und enger Beziehung zu meinem Herrn; das Wort Gottes wurde mir sehr kostbar, und ich durfte geistlich wachsen. Früh hatte ich ein Bedürfnis nach Heiligung und ganzer Hingabe, das jedoch noch stark von fleischlichem Eigenleben und Selber-Machenwollen geprägt war.

Ich schloß mich zunächst einer recht verweltlichten freikirchlichen Gemeinde an, in der liberale Einflüsse spürbar waren. In meiner Suche nach Heiligung und geistlichem Leben konnte diese Gemeinde keine Orientierung geben. Frühzeitig geriet ich unter den Einfluß pfingstlerisch geprägter »Heiligungs«kreise wie der »Philadelphia-Bewegung« und der »Marienschwestern«. Schriften von Christian Röckle, »Mater Basilea« Schlink, Finney und Torrey prägten mein Glaubensverständnis und nährten die Sehnsucht nach Heiligung als einer tiefen, nachhaltigen Erfahrung der völligen Verwandlung.

Nach einiger Zeit wurden meine Frau und ich (ich hatte ein dreiviertel Jahr nach meiner Bekehrung geheiratet) auf einen charismatischen Hauskreis aufmerksam gemacht, der sich »überkonfessionell« traf und Christen verschiedener Gemeinden und Prägungen anzog. Wir besuchten diesen Hauskreis regelmäßig; er schien uns »lebendiger« als die geistlich gelähmte, vom Unglauben durchsetzte Freikirche.

Dennoch war ich zunächst sehr zurückhaltend und hatte Sorge, in etwas Falsches, Verführerisches zu geraten. Ich hatte ein Buch gelesen, das biblische Warnungen enthielt; diese hatte ich von mir weggeschoben, weil sie mir Angst verursachten. Ich konnte in meiner Unreife nicht glauben, daß der Satan eine so täuschend ähnliche Fälschung wahren Christentums hervorbringen durfte. Dennoch hielt ich mich etwa ein Jahr lang in skeptischer Distanz zu den charismatischen Erscheinungen, die ich mitbekam.

Schließlich aber öffnete ich mich zunehmend dem faszinierenden falschgeistigen Einfluß. Ich war der irrigen Meinung, in meinem fleischlichen Zustand schon selbst beurteilen zu können, was biblisch und was verführerisch sei. Bezeichnenderweise trugen die Aussagen einer schwarmgeistig irregeleiteten Frau, die entgegen dem Wort Gottes als Lehrerin auftritt, nämlich Frau Schlinks Schrift über den Heiligen Geist, entscheidend dazu bei, daß ich mein Mißtrauen gegenüber den Charismatikern, die mir recht verweltlicht und ohne Gottesfurcht erschienen, aufgab.

Wenn eine so »geheiligte« Frau sagte, daß die Geistesgaben heute echt sind, dann konnte ich mich, so meinte ich, getrost dem Pfingstgeist öffnen. Der eigensüchtige Wunsch nach »tieferen Erfahrungen«, nach Kraftdurchströmungen und »Vollmacht«, nach prophetischen Offenbarungen, mit denen man als Bote Gottes auftreten konnte, war stärker als die inneren Warnungen, die ich immer wieder empfunden hatte und nun beiseiteschob.

Im April 1986 ließen wir uns in einem süddeutschen charismatischen Missionswerk taufen. Das war für mich der Anlaß, die »Geistestaufe« unter Handauflegung zu empfangen. Von dort an orientierten wir uns stärker an dem Hauskreis, der zu einer örtlichen charismatischen Gemeinschaft ausgebaut wurde. Wir verließen die Freikirche und schlossen uns dieser Gemeinschaft an. Kurz darauf wurde ich einer von fünf »Ältestenanwärtern«, die zusammen mit einem stark charismatisch »begabten« Leiter die provisorische Gemeindeleitung bildeten.

Es folgten etwa drei Jahre intensiver Aktivität, gesteuert von irrgeistigen »Visionen«, »Berufungen« und »Eindrücken«. All das befriedigte zwar meinen Ehrgeiz – aber mein geistliches Leben, meine Glaubensbeziehung zu meinem Herrn litt großen Schaden. Das Wort Gottes, das mir früher immer wieder tiefe Erkenntnisse über Gott, über Christus gegeben hatte, war für mich wie mit einer Decke verhüllt.

Meine Gemeinschaft mit dem Herrn wurde oberflächlicher. Ich geriet unter den Einfluß der Irrlehren von Kenneth Hagin und der »Wort des Glaubens«-Bewegung. Mein Gebetsleben bestand zunehmend aus »Ich-Sätzen«: »Ich gebiete, ich widerstehe, ich bekenne, ich nehme in Anspruch …« Bitten erschien mir eine niedrige Stufe des Glaubens zu sein, und was Gnade ist, wurde mir immer fremder.

Wenn Gottes Gnade mich nicht bewahrt hätte, wäre ich wohl weiter in offen dämonische, zauberische Aktivitäten abgerutscht. Doch Seine unsichtbare Hand hat mich immer wieder gehalten. So hatte ich nie solche ausgeprägten schwarmgeistigen Erlebnisse und Durchströmungen, wie ich sie damals ersehnte. Ich hatte kein Rückwärtsstürzen und »Ruhen im Geist« erlebt, ebensowenig Visionen oder Erfahrungen der »inneren Heilung«. Ich praktizierte zwar Weissagungen und Zungenreden sowie »geistliche Kriegsführung«, aber die gefährlicheren direkten Einwirkungen des falschen Geistes blieben mir erspart.

Es kam der Punkt, wo der Herr mich aus meiner schwarmgeistigen Verirrung herausrief. Ende 1989 brach eine Krise in der Gemeindeleitung aus; der »geistgetaufte«, prophetisch gesalbte Leiter der örtlichen Gemeinde versuchte, »seine« Gemeinde aus dem Missionswerk herauszulösen und eine »freie«, an der »Wort des Glaubens«-Bewegung orientierte Gemeinde zu bilden, die allein unter seiner Kontrolle stehen sollte. Bald offenbarte sich bei ihm tiefgreifende Verbitterung, Unaufrichtigkeit, Auflehnung, Machthunger und eine sehr ungeistliche Haltung gegenüber dem ebenfalls »geistgetauften«, prophetisch gesalbten Leiter des Missionswerkes und seinen führenden Mitarbeitern.

War ich zuvor jahrelang der durch Weissagungen dieses Leiters vorgegebenen »Linie des Geistes« überzeugt gefolgt, so wurde mein Glaube an die falschgeistigen »Eindrücke« und »Offenbarungen« nun schwer erschüttert. Plötzlich wurden tiefgreifende, jahrelang schwelende sündige Haltungen offenbar – und das bei Menschen, die angeblich so »geisterfüllt« waren, daß Gott ständig mit ihnen redete und durch sie Großes kundtat. Da konnte etwas nicht stimmen! Dieser Geist brachte nicht die biblischen Früchte des wahren Heiligen Geistes hervor.

Aber auch bei der Führung des Missionswerkes selbst und an anderen Erscheinungen der Charismatischen Bewegung wurde uns immer deutlicher bewußt, daß hinter der »geistlichen« Fassade Machtausübung, Manipulation und falschprophetische Irreführung verborgen waren. Schritt für Schritt wurde mir klar, daß hier ein betrügerischer, manipulativer Geist herrschte und wirkte, der nicht der wahre Geist Gottes sein konnte. Im Sommer 1990 trennten wir uns schließlich von der Gemeinde und von der Charismatischen Bewegung.

Nun begann eine harte Zeit des Zerbruchs und der Buße. Wir waren wie vor den Kopf geschlagen, verwirrt und betroffen darüber, daß wir ganz offensichtlich einem raffinierten Betrug aufgesessen waren. Allmählich schenkte Gott eine schrittweise Ernüchterung und Klärung; der irrgeistige Nebel, die euphorische Berauschtheit wich, und meine Frau und ich begannen, in Gottes Licht die Wahrheit zu erkennen.

Der Herr deckte all die sündigen Motive auf, die zu dem verführerischen Irrweg geführt hatten – den Ehrgeiz, das Auftretenwollen mit Prophetien und vollmächtigen Wundern, die als »geistlicher Eifer« getarnte Selbstverwirklichung, die nur zu gern die Einflüsterungen des Irrgeistes aufnahm, man sei zu Großem berufen … Mehr noch, der Herr zeigte uns, wie wir in alledem Ihn selbst, die Quelle lebendigen Wassers, verlassen hatten und uns hatten ablenken lassen vom einfältigen Glauben an Ihn. Er zeigte uns, daß unsere eigene falsche Herzenshaltung der Boden war, auf dem der Feind sein Unkraut, seine Fälschung säen konnte.

Wir standen vor den Trümmern unseres geistlichen Lebens, und es blieb uns nichts anderes übrig, als Ihn zu suchen und um Gnade zu bitten. Und wie gnädig und barmherzig hat Er geantwortet! Er lehrte uns neu, zu bitten statt zu gebieten und auf Ihn statt auf unsere »Glaubenstechniken« zu vertrauen. Er führte in tiefe Beugung und Demütigung und reinigte unsere Herzen Schritt für Schritt von dem Unrat, den wir angesammelt hatten. Wir sahen neu den Weg der Kreuzesnachfolge als den einzig wahren und richtigen Weg des Glaubens. Schritt für Schritt löste uns der Herr aus falschen Haltungen und ließ uns die falschen Lehren, die wir aufgesogen hatten, mehr und mehr durchschauen.

Dabei spielte anfangs das Buch »Verführung der Christenheit« von Dave Hunt eine wichtige Rolle. Wir sahen immer klarer, daß mitten in der Christenheit verführerische Geister am Wirken sind – eine Wahrheit, für die uns der falsche Pfingstgeist die Augen verschlossen hatte.

Doch noch waren wir nicht wirklich vom schwarmgeistigen Einfluß frei. Bei mir persönlich äußerte sich das in einem Hingezogenwerden zu falschen Heiligungslehren, die mich schon am Anfang meines Glaubenslebens beeinflußt hatten. Ich suchte nun nicht mehr die »Geistestaufe«, aber dafür die einmalige und endgültige »Heiligung« als Erlebnis, wie sie etwa von Arthur Booth-Clibborn oder Samuel Brengle gelehrt wird. Schließlich geriet ich in eine falsche mystische Frömmigkeit, nährte mich mehr von »frommer« Literatur wie Madame de Guyon und Tersteegens »Leben heiliger Seelen« als von der Heiligen Schrift und war in Gefahr, von einer schwarmgeistigen Verirrung in die nächste zu stürzen.

Die Grundlage dafür war, daß wir uns zwar aus der Charismatischen Bewegung zurückgezogen hatten, aber mit dem Irrgeist selbst noch nicht klar gebrochen hatten. Noch dachten wir, daß zumindest die »ernsthaften«, »geheiligten« Pfingstler den wahren Heiligen Geist und echte Geistesgaben hätten. Wir sahen zwar die Verführung in dieser Bewegung, erkannten aber die Bewegung noch nicht als eine völlig von einem verführerischen Geist gesteuerte Irrströmung. Wir versuchten eine abwartend-neutrale Haltung einzunehmen, die einfach nicht möglich ist.

Doch der treue und gnädige Herr öffnete uns vollends die Augen. Er gebrauchte dazu u.a. Vorträge des ehemaligen Pfingstlers Karl-Hermann Kauffmann, die uns die heilsgeschichtlichen Linien der Schrift für die Gemeinde in der Endzeit bewußt machten, und gab uns einen klaren Blick für die Anfänge der Pfingstbewegung, in denen der Geist dieser Bewegung sein dämonisches Wesen mit denselben Wirkungen offenbarte, die wir bei John Wimber und den modernen Charismatikern als falschgeistigen Betrug durchschaut hatten. Es war uns nun klar, daß es nur eine Antwort gab: sich entschieden und ganz von diesem dämonischen Geist zu lösen.

Erst dieser Schritt brachte eine klare, deutliche Wende in unserem Glaubensleben. Ich durfte erfahren, wie mir das Wort Gottes ganz neu kostbar und lebendig wurde; zum ersten Mal in meinem Leben erkannte ich, was eigentlich gesunde biblische Lehre ist, und begann, die Heilige Schrift bewußt und systematisch zu studieren. Ich durfte allen mystischen Nebel, alle Reste schwarmgeistiger Verzerrung Schritt für Schritt ablegen und wachsen in der kostbaren, klaren Erkenntnis Jesu Christi.

Er, mein herrlicher Erlöser und Heiland, wurde mir ganz neu groß, und ich lernte immer tiefer Seine Gnade zu verstehen und Ihn dafür anzubeten – diese kostbare, rettende Gnade, die mir jahrelang durch verderbliche falsche »Heiligungs«lehren der Selbstgerechtigkeit verstellt und verdunkelt worden war.

Aus dem Prozeß der biblischen Aufarbeitung der falschen Lehren der Vergangenheit, verbunden mit vertieftem Bibelstudium und geistlichem Wachstum, entstand auch dieses Buch, das zunächst als eine schmale Broschüre gedacht war. Durch Gottes gnädige Fügung und Leitung wurde daraus ein umfangreiches Werk, das der Herr gebrauchen möge, um noch vielen Gotteskindern die Augen zu öffnen – für die endzeitliche Verführung der Gemeinde wie auch für die herrliche, allgenugsame Fülle, die wir in Christus und in Ihm allein finden.

http://www.das-wort-der-wahrheit.de/lebenszeugnis-rudolf-ebertshaeuser

„Helmut Blatt”…nicht gegen Fleisch und Blut…”seine Lehre über die „dämonischen Mächte”.

„Helmut Blatt“ … nicht gegen Fleisch und Blut … „seine Lehre über die „dämonischen Mächte“.

Eine „Kritische Betrachtung“ seines Buches „Geistlicher Kampf“ » Die vererbten Flüche der Vorfahren « .

Baldur Gscheidle – überarbeitet September 2016.

Einführung: Wer ist Helmut Blatt? Jahrgang 1950. Referent der „Studien- und Lebensgemeinschaft Tabor”, Marburg, für Schulungen, Gemeindedienste (Bibeltage und aktuelle Themen – in allen Denominationen) und Freizeiten. Sechs Jahre im örtlichen Gemeindedienst und seit dreißig Jahren bundesweit zu Vortragswochen über Glaubensfragen unterwegs. Seine theologische Ausbildung absolvierte er am „Theologischen Seminar Tabor” in Marburg und an der „Akademie für Weltmission” in Korntal bei Stuttgart mit dem Abschluss des Master of Arts (MA) in Biblische Theologie.1 Der Autor setzt in seinem Buch„nicht gegen Fleisch und Blut“2 , sowie auch in seiner Internet- Publikation „Geistlicher Kampf“, mehrere Schwerpunkte, die miteinander in Zusammenhang stehen. Was lehrt Helmut Blatt? Seinen angeführten Publikationen zufolge ist folgendes festzustellen: Grundsätzlich geht der Autor davon aus, dass alle Menschen von Dämonen besetzt sind. Er schreibt von „Flüchen und „dämonischen Belastungen“, sprich innewohnenden Dämonen, die jeder von seinen Vorfahren nach 2 Mo 20,5 geerbt hat. Dieses „dämonische Erbe“ ist für den Autor eine feststehende Tatsache. Okkultseelsorge: Auch wiedergeborene und bekehrte Gläubige leiden unter diesen satanischen Bindungen, denn nach seiner Doktrin en wir neben dem Heiligen Geist auch noch „einen anderen Geist“. Außerdem zieht jede Sünde eines Christen die Dämonen an. Sie rufen Krankheiten und Unglück hervor und verhindern ein Leben im Segen und im Sieg. Von den Dämonen und Flüchen müssen wir uns lossagen oder wir sind genötigt, diese durch einen „vollmächtigen Seelsorger“ von Zeit zu Zeit auszutreiben lassen. Dass auch wiedergeborene Christen noch immer die Möglichkeit zum Sündigen haben, setzt der Autor mit einer permanenten Innewohnung von Dämonen gleich. Gegen die Mächte der Finsternis, (in den von Christus Erlösten personifiziert!) gilt es nun offensiv und aktiv mit „geistlicher Vollmacht“ zu kämpfen. Für diese 1 http://www.helmutblatt..de/ Kurzprofil aus seiner Homepage Helmut Blatt im weiteren Text kurz H.B. 2 Helmut Blatt ….nicht gegen Fleisch und Blut, ISBN 3-86122-743-6 Eine biblische Studie über das Wesen und Wirken satanischer Mächte, den Sieg Jesu und die Vollmacht der Gläubigen. FRANCKE Verlag……

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https://www.der-ruf.info/wp-content/uploads/2016/09/Helmut-Blatt-22.09.2016.pdf

https://www.der-ruf.info/buechlein-54-seiten-helmut-blatt-nicht-gegen-fleisch-und-blut-baldur-gscheidle/