Verführerische Geistesströmungen.

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Verführerische Geistesströmungen

Rudi Holzhauer

Gnostizismus
In der Auseinandersetzung mit dem Schwarmgeist und den Irrlehren unserer Tage herrscht viel Begriffsverwirrung, weil man sich selten die Mühe macht, das gegenwärtige Erscheinungsbild einer Sache mit den geschichtlichen Anfängen in Verbindung zu bringen. So kann man heute, ohne weiter nachzudenken, von „nüchterner Schwärmerei“ reden, obwohl Nüchternheit das genaue Gegenteil von Schwärmerei ist. Ein nüchterner Betrunkener ist ein Widerspruch in sich selbst. Was heute gelegentlich mit „nüchterner“ oder gar mit „konkordanter Schwärmerei“ bezeichnet wird, ist im besten Falle mit dem Begriff „Gnostizismus“ erklärt. Dieser Begriff, der sich von Gnosis  =  Wissen oder Kenntnis ableitet, umfasst jede Lehre, die das Verhältnis des Menschen zu Gott von spekulativen Erkenntnissen abhängig macht.

Gnostiker nannte man die Erkenntnistheoretiker der ersten christlichen Jahrhunderte, die mit ihren sektenhaften Strömungen antikes und christlich-biblisches Gedankengut mit dem bisherigen philosophischen Wissen zu vereinigen suchten. Dieser Vermischungsprozess begann bereits zu Zeiten der Apostel, und weil diese Vermischung neben dem aufkommenden Enthusiasmus  eine ernste Gefahr für die junge Gemeinde war, warnt Paulus in Kolosser 2,8 mit folgenden Worten: „Seht zu, dass euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet auf die Lehre von Menschen und auf die Mächte der Welt und nicht auf Christus.“
Namhaftester und gefährlichster Vertreter dieser Richtung war der Irrlehrer Marcion. Gnostizismus ist zunächst keine Offenbarungsreligion sondern philosophisch-menschliches Denken,  das die unterschiedlichsten Religions- und Wissenselemente verstandesmäßig zu erfassen, zu verarbeiten und zu vereinigen sucht; also ein reines Kopfwissen und daher auch höchst irrtumsfähig. (Heutige dem Gnostizismus zuneigende und mit Okkultem vermischte Richtungen: Die Anthroposophie Steiners, die Bahaireligion, zum Teil die Zeugen Jehovas. Und von daher auch extrem konkordante Kreise.)
Einige gnostische Richtungen stützen sich nicht auf Direktinspiration, auf Offenbarungen oder Gesichte, wie die klassischen schwarmgeistigen Bewegungen, sondern auf ihr subjektives oder überliefertes  Wortverständnis. Reine Gnostiker lehnen jegliche Neuoffenbarung entschieden ab.  So gesehen, haben sie einen „nüchternen“  Zug. Inwieweit auch hinter den gnostischen Richtungen Geistermächte des Kosmos verborgen ihr Wesen haben, kann der bereits zitierte Vers Kolosser  2,8 erkennbar machen. Kolosser 2 zeigt uns die beiden Schwerpunkte der Verführung: Gnostizismus in Vers 8 und schwarmgeistigen Engeldienst in den Versen 16-23.

MEDIALITÄT UND GEISTHEILUNG

„Medial sein“ bedeutet, mit paranormalen Fähigkeiten und Kräften ausgestattet zu sein. Diese äußert sich in (nicht sachlich begründeten) Vorahnungen, Voraussagen, in Wahrträumen, Hellsichtigkeit, Hellfühlen, dem sog. Zweiten Gesicht, Rutenfühligkeit, Pendelerfolgen, Seelenaustritten, Déjà-vu Phänomenen, Geistererscheinungen, Spukerscheinungen, Christus- und Marienvisionen, Engelerscheinungen, Totenerscheinungen und, je nach Kulturkreis, anderes mehr. Das einzige Mittel hiervon frei zu werden, ist Buße zu tun für allen bisher aufgenommenen oder praktizierten Aberglauben, sich davon abzuwenden und sich allein an Jesus Christus durch das Wort der Schrift zu binden.
Solche Erscheinungen und Erfahrungen sind keine „Gnadenbegabungen“, sondern eindeutige Indizien dafür, dass eine okkulte Belastung vorliegt, sei es durch vorausgegangene Öffnung für heidnische Glaubensrichtungen, sei es durch Aufnahme von schwarmgeistiger Lehren und durch unkritische Kontakte zu solchen Kreisen, in denen Erscheinungen wie Zungenrede und Prophetie gepflegt und als „Charismen“ angesehen werden.
Die Psi-Forschung zielt also nicht nur, wie es in der Rausch- und Drogenszene üblich ist, auf eine kurzfristige Steigerung der Gefühls- und Sinnenwelt ab, sondern auf das Betreten metaphysischer Bereiche mit ganz realer Experimentierlust, um eine „Überexistenz“ des Menschen zu beweisen, wobei sie, wie wir aus dem Worte Gottes wissen, ebenfalls nur mit der widergöttlichen Geisterwelt in Kontakt tritt.
Wie Medialität und kosmische Kraft miteinander korrespondieren, kommt ganz deutlich in einem Vortrag der Geistheilerin Anni Ziemer zum Ausdruck, der am 19. Juli 1980 in Bielefeld gehalten wurde.  (Es folgt die Wiedergabe einiger kommentierter Zitate durch Rudi Holzhauer, die dem Mitteilungsblatt Nr. 16, 1981 „Deutsche Vereinigung für Geistheilung“ entnommen wurden.)
Anni Ziemer berichtet über sich selbst, schon in früher Jugend „Engel“ gesehen zu haben. Der Durchbruch ihres „Aura-Sehens“ sei im Kriege bei der Pflege von Soldaten im Lazarett endgültig geschehen, als sie deren Krankheiten an der Ausstrahlung ihrer Aura erkannte. Sie berichtete von ihrem Erlebnis mit Harry Edwards (gest. 1976), der sie zu ihrer Heilerfähigkeit ermutigte. Edwards, so schreibt sie, der vor 50 Jahren seine Heilkraft entdeckte, hätte anfangs mit dieser Fähigkeit noch wenig anzufangen gewusst. Nachdem er die Bücher von Swedenborg und Pfarrer Blumhardt u.a. las und bemerkte, dass sie auch dieses geistige Heilen ausüben konnten, wäre er bemüht gewesen, auch andere Menschen mit medialen Fähigkeiten in seine Seminare zu holen, sie zu ermuntern und auszubilden.
Edwards hatte verheißen, nach seinem Tode weiterzuwirken (!). „Wenn ich eines Tages nicht mehr bin, braucht ihr nicht zu weinen um mich, denn ich kann euch von „Drüben“ viel besser helfen, als ich es von hier kann.“ Und seine Anhänger sagen: „…er hat sein Wort gehalten, wir empfinden seine Anwesenheit sehr oft während der Heilbehandlungen…In der tiefen Versenkung der Behandlung und beim Auflegen ihrer Hände (!) nehmen Anni Ziemers Gesichtszüge die von Harry Edwards an.“
Man nehme es uns nicht übel, wenn wir diese Art von mystischer Wiederkehr eines Verstorbenen als Spiritismus bezeichnen – trotz der Behauptung Anni Ziemers:

„Wir Heiler sind Spiritualisten, d.h. wir glauben an ein Leben nach dem Tode, und wir sind davon überzeugt, dass ein Mensch, wenn er heimgerufen wird, die Möglichkeit hat, sich entweder auf der geistigen Ebene weiter zu entwickeln oder sich neu zu verkörpern und dann das, was ihm an geistiger Reife noch fehlt, auf dieser Ebene zu erreichen. Und ich darf sagen, dass ich starke Einblicke in diese geistigen Ebenen habe. Ich bin medial, das muss man als Heiler sein, ich bin auch aurasichtig und habe dadurch Kontakte mit diesen Geistwesen, wie ich sie genannt habe, oder Engel – auch habe ich dadurch Gelegenheit, durch sog. „Lehrreisen“ in die einzelnen Ebenen hinaufzugehen und mir Belehrungen zu holen… .Die geistige Heilfähigkeit ist eine kosmische Gesetzmäßigkeit, und sie ist wie alle Vorgänge im Kosmischen dieser Gesetzmäßigkeit unterworfen und hat mit „Wundern“ nichts zu tun. Wenn es sein darf, dann wird diesen Menschen durch die Liebe Gottes geholfen… . Wir fühlen uns diesem Auftrag von Jesus Christus verpflichtet, den er seinen Jüngern mitgab, als er sich von ihnen verabschiedete, kurz vor der Himmelfahrt und ihnen sagte: Gehet hin in alle Welt und tut dergleichen, und in meinem Namen werdet ihr Dämonen austreiben und in meinem Namen werdet ihr den Menschen die Hände auflegen und sie werden genesen. Aber ‚im Namen Christi‘, und das ist wichtig! Wir selbst vermögen nichts. Wenn wir uns aber mit einem innigen Gebet an Gott wenden und an Jesus Christus und um Beistand bitten … – dann erfüllen wir diesen Auftrag, der uns allen gilt, jetzt noch nach 2000 Jahren!“

Das klingt sehr fromm und biblisch, und wir sehen, dass selbst der eindeutige Spiritismus sich demütig und bescheiden geben kann! Wer nicht auf Nebentöne zu achten vermag, ist verführbar!
Fortsetzung Zitat: „Alles was durch uns geschieht, ist geführt, gelenkt und geleitet durch ein inniges Gebet, das wir zu unserem Heilungsführer – zu den Engeldienern Gottes – senden und um Hilfe bitten. … Auch in den ersten christlichen Kirchen gehörte es zum Gottesdienst, dass der Prediger, der selbst medial war, …selbstverständlich auch im Rahmen des Gottesdienstes die Kranken einlud, dass man sie zu ihm brachte und er sie heilte. Das ist genau das gleiche, was wir heute machen. Erst im Konzil zu Nicäa wurden diese uralten Kenntnisse allmählich aus den Heiligen Schriften ausgeräumt… und sind in Vergessenheit geraten.“
Eine nicht unbedeutende Rolle spielt auch die „geistige Fernbehandlung“. Sie geschieht zu der Zeit einer „Welt-Gebets-Minute“, die von Harry Edwards zwischen 9-10 Uhr abends angeordnet wurde:

„Menschen, die sehr weit entfernt von unserem Heilungsort wohnen – und wir haben Patienten in der ganzen Welt, auch in Australien, Kanada, Südamerika, usw., – behandeln wir in der sogenannten „Fernbehandlung“; die Wirkung ist ebenso effektiv. Es muss dann folgendes beachtet werden: Jeder, für den wir uns einsetzen, wird aufgefordert, sich zu dieser Zeit auch einzuschalten und selbst mitzubeten, und dass er dadurch in eine ganz bestimmte „Schwingung“ kommt, die ihm hilft, seine Krankheit zu überwinden… . Je mehr Menschen sich an diesem Gebetskreis beteiligen, der rund um die Erde läuft, umso größer ist die Energie. Es ist eine ungeheure Energie! Sie ist größer alle anderen Energien, die wir Menschen kennen, und sie hilft wirklich!“

Hier liegt der Okkultismus offen zutage! Es wird erstrebt, dass menschliche Seelenkraft, geistige Konzentration und gebündelter Wille des betreffenden Kranken sich mit kosmischen Energien verbinden, die in allen Okkultreligionen entfesselt werden und den Menschen an deren jeweilige Götter binden. Das wird übrigens auch an folgendem Bekenntnis der Frau Anni Ziemer deutlich:

„Unsere Gemeinschaft ist an keine Konfession gebunden, wir haben Menschen aus allen christlichen Konfessionen unter uns, aber auch Buddhisten, Mohammedaner, Juden, usw. sind in unserer Vereinigung, weil wir der Ansicht sind, dass jeder Mensch ein Kind Gottes ist, ganz gleich, welcher Religion er angehört. Ich bin oft genug von geistiger Seite darüber belehrt worden, dass es auf der geistigen Ebene keine Religionsunterschiede gibt, auch keine Rassenunterschiede; sondern der eine wie der andere ein Kind Gottes ist und Gott sie alle liebt. Nur die Hauptsache ist, dass sie beten. Und wenn es ein primitiver Fetischglaube ist, für Gott ist er ebenso annehmbar wie unsere Gebete.

Meines Erachtens ist Religion gleich Religion, es gibt keine Unterschiede… es ist mir als Heiler auch gleichgültig, ob ein Mensch ein „Primitiver“ ist, wie wir so gerne sagen, oder ein Christ. Mir ist das ganz gleich. Wenn ein Buschmann in seinem Fetischglauben absolut sicher ist und glücklich“(Wie kann ein Geister und Dämonen fürchtender Mensch glücklich sein?) „und sich verbinden kann mit seinen Göttern und Götzen, ist er mir einem Christen gleichwertig, der betet. Es kommt nur darauf an, dass der Mensch überhaupt die Fähigkeit hat, sich mit dem Göttlichen zu verbinden.“

Die Achtung aller Geschöpfe und die Menschenfreundlichkeit Anni Ziemers in Ehren! Gewiss: Vor Gott sind alle Menschen als Geschöpfe Gottes gleich. Nicht gleichwertig aber ist, was und wen sie anbeten. Die Bibel unterscheidet sehr klar zwischen Gottesdienst und Götzendienst. Sonst hätte der ewige Gott sich nicht zu offenbaren brauchen! Im Hintergrund steht die Absicht, mit solchen Toleranten Aussagen das Opfer Jesu Christi als überflüssig erscheinen zu lassen. Im Übrigen geht es nach der  Heiligen Schrift doch um die Rettung von Menschen aus der Macht der Finsternis für alle Ewigkeit und nicht um körperliche Heilung. Jakobus.5,14ff  als Anweisung für die jetzige Gemeindezeit ist in dieser Hinsicht, bei allem Zuspruch, sehr zurückhaltend und spricht von „Aufrichten“ des Kranken, womit ebenso gut eine geistliche Stärkung für die Seele gemeint sein kann, die ja auch bei Krankheit oder auf dem Sterbebett wichtiger ist als alles andere.
Wir können nur feststellen, dass Frau Ziemer unter der Inspiration einer kosmischen und damit einer anderen Botschaft steht, und wir wissen, dass jedes „andere Evangelium“ von Paulus mit einem Fluch belegt wird; siehe dazu Galater 1,8.
Wer ist nun jener Harry Edwards, der diese Frau zu ihren Heilungstaten „inspiriert“? Er lebte von 1893 bis 1976 und betrieb seit 1930 als englischer paramedizinischer Heiler und Spiritist die „Geistheilung“. Seine Patienten sollen infolge seiner Fernwirkung in die Millionen zählen! Eigener Aussage zufolge strahlte er eine „heilende Kraft göttlichen Ursprungs“ aus, und die Geister Verstorbener halfen ihm bei seinem tun! Er wurde von vielen als ein gläubiger, rechtschaffener Mann angesehen.
Die Psychologie versucht – ebenso wie die Parapsychologie (Lexikon der Parapsychologie, Pawlak von Werner F. Bonin, 1984) – seine Heilerfolge mit „Autosuggestion“ und „spontaner Remission“ zu erklären, wobei diese wissenschaftlich klingenden Begriffe über die Art und Weise des Vorgangs gar nichts aussagen. Aber immerhin verweisen sie darauf, dass der eigentliche Vorgang im „Glauben“ (besser: Aberglauben) des Kranken liegt. Jeder Aberglaube aber öffnet für Einflüsse aus der Finsternis.
Das für viele so verlockende Gebiet der „Heilungen aus dem Geist“ begegnet uns heute in ständig zunehmendem Maße. Agnes Sanford[1], vertritt es mit großer Überzeugungskraft in ihrem weithin verbreiteten Erfolgsbuch „Heilendes Licht“[2]. Die Parallelen zu Anni Ziemer sind frappierend. Auch Agnes Sanford ist der Ansicht, dass göttliche Heilkräfte allen religiösen Menschen zu Verfügung stünden. Es seien Grundsätze der Schöpfung, die jeder Glaubende in sich trage und ausnützen könne.
Sie schreibt: „Diese Grundlagen sind eingebaut auch in unseren Geist, in unsere Seele und in unseren Körper, und weder Jesus noch irgendjemand anderes kann sie umgehen oder aufheben. Religiöse Denker aller Zeiten haben sie mehr oder weniger erkannt.“[3]
Auch bei Agnes Sandford – wen wird es wundern – finden wir die Methode des „Gesunddenkens“ wie bei Dr. Yonggi Cho: „Mach Dir im Geist ein Bild von deinem gesunden Körper. Denke besonders an den Teil deines Körpers, der das Gesundwerden am nötigsten hat. Sieh ihn geheilt und vollkommen vor dir, von Gottes Licht erfüllt. Und danke dafür, dass es schon im Werden ist (Mk 11,22-24 und 9,23).“[4] Hier wird eine Visualisierungsmethode mit dem biblisch vertrauenden Glauben, (der immer auch die Bitte „Dein Wille geschehe“ einschließt), verwechselt, und damit wird ein durchaus mögliches, unabhängiges göttliches Eingreifen in den menschlichen – und folglich dämonischen –  Vollzugsbereich verlagert.[5]

MAGIE

Magie ist der Versuch und die Praxis, durch Beschwörung und Ritual überirdische Kräfte für irdische Belange dienstbar zu machen. Magie gibt es seit Bestehen der Menschheit. Missionare berichten von magischen Praktiken unter primitiven Stämmen, die heute noch auf dem Niveau der Steinzeitkultur leben. Sie tritt uns im Jagdzauber menschlicher Vorgeschichte entgegen und bei den Heilungsriten der Medizinmänner alter Kulturbereiche. Wir finden sie im Schamanentum, in der Dämonologie der alten Kulturen Chinas, Ägyptens, Babylons, Persiens, Kanaans, im Judentum (Kabbala), im Neuplatonismus, bei den Druiden (Priesterkaste der Kelten), im Hexenwahn des pseudochristlichen Mittelalters, und sie findet ihre Neuauflage in paramedizinischen Praktiken ebenso wie in Form des sich in die zivilisierten Länder ausbreitenden Voodoo-Kultes.[6]
Trotz vielfältiger Unterschiede hat alle Magie eine gemeinsame Ideologie: das magisch-kosmische Weltbild, erfüllt von Geistern und Dämonen, voll von Mythologie, Symbolik, Kabbalistik, Zahlenzauber, magischen Entsprechungen und Ritualen. Die moderne Parapsychologie streitet die Wirklichkeit der Magie nicht ab, bemüht sich aber, sie ihres übersinnlichen Hintergrundes zu entkleiden, indem sie das übernatürliche Geschehen als „psychologische und psychische Folgen von gespaltenen Ich-Teilen eines „kollektiven Unterbewusstseins“ zu erklären sucht. Aber damit wird ein wissenschaftlich unerklärliches Geschehen nur mit weiteren unerklärlichen Fiktionen erklärt!

DIE PARAPSYCHOLOGIE

Die Parapsychologie ist ein Zweig der modernen Psychologie. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, alle außersinnlichen Phänomene, sei es im Spiritismus, in der Magie, in der Mystik aller Religionen mit den Mitteln rationalistischen Denkens und Experimentierens zu erklären. Beim Experimentieren muss sie aber zwangsläufig selber zu magischen Mitteln und zu okkulten Denkvorgaben greifen (z.B. „das Unterbewusstsein“ nach C. G. Jung), so dass auch die Ergebnisse entsprechend ausfallen müssen.

Alle Parapsychologen gehen von einem, für christliche Begriffe unhaltbaren, materialistischen Menschenbild aus. Idealistische, atheistische, humanistische Anschauungen und Hypothesen – im Bestreben, das Wissen vom Menschen zu erweitern, ohne Gott anzuerkennen und ohne den Teufel fürchten zu müssen – stehen hier unversöhnbar den biblischen Maßstäben gegenüber.
Die Parapsychologie hat sich also zur Aufgabe gesetzt, die jahrtausendealten und in allen Kulturen anzutreffenden Berichte von übernatürlichen Geschehnissen auf ihren rationalen Kern hin zu untersuchen und zu erklären. Dazu wird voraus gesetzt, dass alle zu untersuchenden Phänomene in einer materialistisch geordneten Welt auftreten, d.h. regelhaft sind (positivistisch und induktiv = vom Allgemeinen auf das Gesetzmäßige schließen), und so werden Geschehenstypen aufgezeigt und ihre Gesetze formuliert). Dazu gehört das Studium überlieferter Berichte, die Untersuchung spontan auftretender Phänomene und das Experiment mit geeigneten Personen. Als Ursache nahezu aller parapsychologischen Erscheinungen wird eine mentalpsychische Kraft vermutet, der man den Namen „Psi“ gab. Über die Frage, ob es sich um eine Kraft oder um mehrere Kräfte handelt, und ggf. über die Art ihrer Beziehungen, ob diese Kraft ein materielles Substrat (= die eigenschaftslose Substanz eines Dinges als Träger seiner Eigenschaften) hat oder rein „geistig“ zu denken ist, wurde bisher nichts Sicheres ausgemacht. (!)
Wer sich anhand geeigneter Literatur vorurteilsfrei mit den Ergebnissen parapsychologischer Forschung befasst, wird mühelos feststellen, dass allein schon vom Denkansatz her die allermeisten Erklärungsversuche der anstehenden Fragenkomplexe und Phänomene unbefriedigend sind. Wer den wahren biblischen Befund eines unsichtbaren Licht- und Finsternisbereich ablehnt, muss zwangsläufig im Dunkeln tappen und die komplizierten Theorien aufstellen, um von einer „Fachwelt“ ernst genommen zu werden.
Auf einen kurzen Nenner gebracht, kann man sagen: Die Parapsychologie ist ein wissenschaftlich verbrämter, verharmloster und auf diese Weise hoffähig gemachter Okkultismus. Paranormale „Fähigkeiten“ wurden neu entdeckt, es erfolgte der Siegeszug der Parapsychologie, den wir kurz betrachten wollen.
Die Parapsychologie, kurz Psi-Forschung genannt, untersucht Dinge, die außerhalb des Rahmens des naturwissenschaftlichen Weltbildes liegen, vor allem Erscheinungen, die über das natürliche Wahrnehmungsvermögen unserer Sinner hinausgehen, sog. „außersinnliche Wahrnehmungen“ (ASW). Sie entwickelte sich – und das ist für uns wichtig – aus dem sog. „wissenschaftlichen Okkultismus“ heraus, und es ist zu vermerken, dass dieser sog. „wissenschaftliche Forschungszweig“ keinesfalls ohne besondere „ASW-begabte“ Menschen, d.h. auf gut deutsch: nicht ohne Medien auskommt, und damit selbst zum praktizierten Okkultismus wird.
Das Lager der Parapsychologie ist in zwei Gruppen zu teilen: Hier die Animisten, dort die Spiritualisten. Die Animisten (von lat. anima = Seele, Lebenshauch) leiten alle paranormalen Fähigkeiten und Vorkommnisse von den Produktionen eines sogenannten „Unterbewusstseins“ ab. Die Spiritualisten unter den Parapsychologen hingegen schließen eine Einwirkung übersinnlicher Bereiche in ihr „Forschungsgebiet“ nicht aus. Sie verweisen besonders auf Phänomene von „Seelenaustritten“, von „Doppelgängerei“ und auf die ( in der Definition heftig umstrittene) Besessenheit. Gerade das Rätselhafte und Wunderbare, das Geheimnisvoll-Seltsame ist der Ansatzpunkt parapsychologischer Forschung. Sie ist geradezu darauf aus, das Wunder zu entschleiern und zitiert gerne Augustin, der einst meinte: „Das Wunder geschieht nicht im Widerspruch zur Natur, sondern im Widerspruch zu dem, was uns von der Natur bekannt ist“[7]
Die Parapsychologie versteht sich als „Wissenschaft“, die die Grenzbereiche menschlicher „Seelenkräfte“ experimentell erforschen will, die man bisher im Volksmund als Hellseherei und Spuk bezeichnete. Mehrere Universitäten haben bereits Lehrstühle und Institute dafür eingerichtet. Das Bedenkliche an diesen „Wissenschaftlichen“ Versuchen ist aber, wie bereits erwähnt, dass man bei der Suche nach geeigneten Experimentier-Personen auf spiritistische Medien (also auf bereits vorgeschädigte Personen) angewiesen ist. Da Medialität nur infolge okkulter Vorbelastung auftritt, befindet sich die Parapsychologie keinesfalls auf neutralem Boden!

Es ist bekannt, dass der sog. „Faktor Psi“ auf diesem modernen Gebiet eine entscheidende Rolle spielt. Die Bücher über „Psi-Forschung“, die uns angeblich konkrete und wissenschaftliche Aussagen über das Leben nach dem Tode machen, sind Bestseller auf dem Büchermarkt und werden leider auch in manchen Kreisen von Christen neugierig und begehrlich gelesen. Wer diese „Beweise“ von „Fachleuten“ nicht ernst nimmt und noch „alten biblischen Vorstellungen verhaftet ist“, der ist angeblich schon „unwissenschaftlich und schlecht informiert“! Selbst die marxistische Theorie: „Mit dem Tode ist alles aus“ ist überholt!
Wie sieht nun die neue Lehre aus? Ehemals klinisch Tote berichten oft übereinstimmend, dass sie nach ihrem Abscheiden durch einen dunklen Tunnel schlüpften, an dessen Ende in herrlichen Farben die neue Welt erschien. In Ihr baut sich die Seele aus den guten oder bösen Elementen ihres Seins eine neue Existenz auf. Nach einer kurzen Gewissensprüfung (natürlich unter eigener Regie!) kann schon manches Hinderliche ausgeschieden werden, und der stufenweise Höherentwicklungsprozess beginnt. Gott-Vater sieht wohlwollend zu, stets bereit, mit Hilfestellung der guten Geister den Neuankömmling zu fördern und ihn in die Gemeinschaft der Bewohner der Himmelssphären einzuführen. Dass die Seele beim Eintritt in die neue Lebensform allen religiösen Vorstellungen und Überlieferungen den Abschied zu geben hat, dürfte selbstverständlich sein.[8] Es sei in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen, dass nur ein verhältnismäßig kleiner Teil von ehemals klinisch Toten von solchen „Jenseitserfahrungen“ berichtet. Das legt den Verdacht nahe, dass es sich bei diesem Personenkreis um bereits vorher okkult Belastete handelt, oder um solche, die derartige Literatur kritiklos lasen.
Was also von dieser Seite her noch auf uns zukommen mag, ist erst in Ansätzen zu erkennen, obwohl die Einbrüche in unsere Kreise bereits jetzt unaufhaltsam fortschreiten.

VERFÜHRUNG  DURCH  MYSTIK

Wer über das Wesen und den Charakter abseitiger Geistesströmungen Aufschluss und Antwort erhalten will, tut gut daran, bis zu den geschichtlichen Anfängen zurückzugreifen. Anfang, Entwicklung und Ende einer Sache stehen immer in einem aufschlussreichen Zusammenhang. Gerade uns, die wir uns als die Glieder am Leibe Christi verstehen, könnte es dienlich sein, wenn wir uns ein wenig mehr mit der Krankheitsgeschichte der Kirche vertraut machten. Dies könnte uns vor mancher Infektion durch betrügerische Mächte auf dem religiösen Sektor bewahren.

Das christliche Schwärmertum ist so alt wie die Gemeinde Gottes selbst. In meiner ersten Schrift „Prüfet die Geister“[9] haben wir uns mit den warnenden Stimmen unseres HERRN und der Apostel eingehend beschäftigt und auch kurz auf die frühen Einbrüche des Schwarmgeistes in der Zeit des Werdens der Kirche hingewiesen, wie sie uns im Montanismus und bei den Donatisten begegneten. Ehemalige „Zauberer“ aller Schattierungen, die (wie z.B. Montanus) ohne Buße über ihre diesbezüglichen Lehren das Christentum annahmen, traten hier nun als „Propheten“ auf, und richteten unerkannt, von Satan betrogen, großen Schaden in Erweckungsgebieten an. Das müssen wir bis in unsere Tage hinein immer wieder erleben. Leider wird das von vielen, oft selbst zur Schwärmerei neigenden, verantwortlichen Beobachtern nicht oder erst zu spät erkannt.
Nachstehend soll uns das Wiedererwachen dieses Geistes, der unterschwellig immer vorhanden war, bei seinem erneuten Auftauchen in der mittelalterlichen Mystik, in der Reformationszeit und bis hinein in die Gegenwart andeutungsweise beschäftigen.
Schwärmerei ist oft der satanische Gegenzug beim Aufbrechen geistiger Erweckungen, vielfach, weil diese bereits lehrmäßig den Keim der Verführung in sich trugen.

Da der Feind mit Doppelstrategie arbeitet, versucht er mithilfe zumTeil guter biblischer Lehre und gleichzeitig mit falschen „Zeichen und Wundern“ (2Thess. 2,9) Erweckungsbewegungen vorzutäuschen oder sie zu unterlaufen. Das gilt es zu erkennen, wenn man den jeweiligen Stand der Dinge auf christlich-religiösem Gebiet richtig einordnen und beurteilen will.
Das Charakteristische aller Verführung ist, dass sie den Grundbedürfnissen des seelisch-religiösen Menschen entgegen kommt:

a) Dem religiösen Leistungsdenken mit dem Ziel einer besseren Gerechtigkeit und gesteigerten Heilssicherheit.
b) Dem Streben nach Beachtung und Vollmacht durch übernatürliche Gaben und Kräfte
c) Der Sucht nach außergewöhnlichen Erlebnissen mit dem Ziel einer mystischen Vereinigung mit Gott.

Die Opfer der Verführung finden wir in allen Gesellschaftskreisen und Bevölkerungsschichten.

Leider setzt man sich – oft um einer falsch verstandenen „Liebe“ willen – mit diesem Problemkreis nicht eher auseinander, bis man selbst damit in unangenehmster und schmerzhaftester Weise konfrontiert wird.

Nach meiner Erfahrung ist die Hauptursache der Unterwanderung der Gemeinde Jesu durch den endzeitlichen Irrgeist, die pfingstlich-okkultistische Literaturschwemme. Die faszinierenden „Wunderbücher“ mit okkulten Jenseitserfahrungen werden auch in scheinbar nüchternen Gemeindekreisen unkritisch gelesen und oft von Hand zu Hand weiter gereicht. Das verführerische Geistesgut wird auf solche Weise illegal eingeschleust.[10]

TRANSZENDENTALE MEDITATION

Die Transzendentale Meditation (TM) versteht sich nicht als Religion, sondern als Wissenschaft des Bewusstseins und damit des Wissens überhaupt. Sie offenbart sich aber eindeutig als mystische Religionspraktik und ist für Menschen, die zwar religiöse Bedürfnisse haben, aber das Evangelium ablehnen, zutiefst geeignet! Sie hat einen erstaunlichen Zugang zu öffentlichen Bildungsprogrammen an höheren Schulen, Volkshochschulen und Universitäten gefunden. Die TM will zur inneren Erleuchtung führen, ungeahnte Seelenkräfte freisetzen und eine Lebens- und Glückssteigerung für den einzelnen und für die Gesellschaft bewirken.
Unter dem Vorgeben von Wissenschaftlichkeit wirbt die TM mit einer langen Liste von Versprechungen, angefangen mit Erhöhung der Intelligenz, Steigerung der Energie, größerer Lernfähigkeit bis hin zu paranormalen, d.h. okkulten Fähigkeiten, wie z.B. Seelenaustritte, Gedankenlesen und Durchdringen geschlossener Türen. Die TM geht auf einen ehemaligen Hindumönch namens Maharishi Mahesh Yogi (1918-2008) zurück.[11] Weil er in Indien wenig Erfolg aufzuweisen hatte, brachte er seine Erkenntnisse nach Amerika und West-Europa, das wegen seiner Entchristlichung offene Türen für alle möglichen Kulte und Ersatzreligionen hat.
In einer rituellen Einführungszeremonie, die in der hinduistischen Tradition ihren Ursprung hat, bekommt der Anfänger von seinem Lehrer ein „Mantra“, eine Klangsilbe, und wird meist dabei in Ahnungslosigkeit gehalten, dass dies das Schlüsselwort für einen Götternamen (Umschreibung für „Dämon“!) ist. Es wird stattdessen von Steigerung der Konzentrationsfähigkeit und von Problembewältigung gesprochen. Mit einer anfänglichen Meditation von 20 Minuten wird der Betreffende zum Ursprung der Silbe, zum Brahman, geführt, das in der TM-Werbung mit „Quelle der Gedanken“ oder „kreative Intelligenz“ umschrieben wird. Das Selbst des Einzelnen soll letztlich mit dem Brahman, der sog. göttlichen Kraft, identisch werden. In diesem Zustand sollen Kräfte freigesetzt, bewusste, sagenhafte Fähigkeiten geweckt und der Mensch von Nöten und vom Stress (der eine Sünde sei) befreit werden!
Maharishis Meditationspraxis stellt eine Verbindung östlicher Yogapraxis mit westlichem Evolutionsdenken dar, dessen Zielsetzung weit über das Erlangen paranormaler Fähigkeiten hinausgeht. Das neue Programm nennt sich Siddhi-Programm; Siddhi ist in der klassischen hinduistischen Yoga-Tradition gleichbedeutend mit: „übernatürliche Kräfte“, die im Zustand des „reinen Bewusstseins“ erreicht werden können. Es bedeutet einen asketischen Rückzug aus dem Leben, der nur durch meditative Konzentration zu erreichen ist. Es handelt sich dabei um einen rein passiven Prozess, um totale Lösung und damit – wie man meint – um Befreiung.[12]
Ergebnisse und Folgen: Meditierende erfahren bei diesen Prozessen nicht etwa innere Entspannung, wie es zunächst scheint, sondern sie geraten – durch das Mantra als Bindeglied – in immer stärkere Abhängigkeit zu ihren Lehrern und den Maßstäben der TM. Meist unmerklich vollzieht sich beim Meditierenden ein Wandlungsprozess: der Realitätsbezug wird allmählich abgebaut, Denken, Handeln und Fühlen werden an die Ziele der TM angepasst. Diese Abhängigkeit führt oft zu Isolierung von der Umwelt, zu Gleichgültigkeit und Apathie. Es erfolgt nicht selten ein Rückzug nach innen; Studium, Ausbildung, Beruf und andere Pflichten oder Aktivitäten werden vernachlässigt und manchmal gar aufgegeben. Zu den auffälligsten und schlimmsten Erscheinungen gehören: seelischer und körperlicher Zusammenbruch, Depression, Geistesstörungen bis hin zur Schizophrenie. Der illusorische Traum von Glück, innerem Frieden und Bewusstseinserweiterung schlägt in sein Gegenteil um. Unkontrollierbare Abhängigkeit, Unfreiheit, psychische Störungen und erlittener Psychoterror sind der Preis für die versprochenen „Befreiung ins göttliche Bewusstsein“, den der gutgläubige, von der Werbung der TM-Leute irregeführte Mensch nicht selten eines Tages zu zahlen hat.

Radiästhesie

Unter Radiästhesie versteht man alle Praktiken, die mit Wünschelrute oder Pendel betrieben werden. War im Altertum das „Rutengehen“ im Wesentlichen auf die Wassersuche beschränkt,  so hat sich heute  –  seit einigen Jahrzehnten  –  der Schwerpunkt, bedingt durch eine neue „Strahlentheorie“, auf das Aufspüren sogenannter „Reizfelder“ verlagert, die angeblich schwere gesundheitliche Schädenverursachen.
In alter Zeit wurde als Rute ein Haselnuss- oder Weidenzweig in Form einer Gabel verwendet. Heute gebraucht man jedmögliches Material, vom Schweißdraht über Messing bis hin zu Plastik. Dies lässt erkennen, dass die Rute an sich ein neutrales Ding ist, welches erst durch die Medialität eines Menschen mittels einer gewissen Muskelverkrampfung in Bewegung gebracht wird, sofern nicht sowieso bewusster Betrug vorliegt.
Der Rutengänger stellt sich mental-konzentriert auf das zu suchende Etwas ein und öffnet sich so  –  vergleichbar mit Trance und Wahrsagerei  –  kosmischen Mächten. Nicht anders verhält es sich mit dem Pendel, wenn Krankheiten an der „Aura“ des Menschen „abgetastet“ oder über Landkarten und Skizzen Wasserstellen ausfindig gemacht werden. Auch mit spielerischen derartigen Versuchen ist das okkulte Gebiet bereits betreten, und die Belastung eines Menschen ist geschehen, insbesondere, wenn der Versuch von Erfolg gekrönt ist. Früher oder später gilt es, den Tribut zu zahlen, wenn die Mächte ihre Rechte einklagen.
Jeder weiß, dass sich auf dem Sektor der Ruten- bzw. Pendelpraxis Spiritisten, Spiritualisten, Atheisten, Mystiker aller Schattierungen, Naturanbeter, Esoteriker, und einige wenige Christen im Verein mit allen Okkultreligionen in trauter Einheit beisammen finden, nur mit dem Unterschied, dass jede Gruppierung ihre eigene Deutung oder Erklärung vertritt. Auf jeden Fall fällt es schwer, solche „Fähigkeiten“ als Naturgabe oder gar als „Gottesgabe“ anzusehen. Es ist meiner Ansicht nach wichtig, die Zusammenhänge im medial-kosmischen Bereich zu sehen; und es erheben sich Bedenken, ob Kinder Gottes  –  und damit Kinder des Lichts  –  sich noch den Mächten dieses Kosmos der Finsternis unterstellen oder gar mit ihnen zusammenarbeiten dürfen.
Unsere Verflochtenheit in diesen Kosmos geschah mit dem Sündenfall. Der Mensch als Herr über die Welt, (griech.  Kosmos), geriet durch den Fall in die Hand der Macht der Finsternis, unter kosmische Kräfte (griech. Kosmokraten) „dieser Finsternis“ Eph 6,12), unter das Gesetz des Todes und der Sünde (Röm 8,2) und damit unter den Zorn Gottes (Eph 2,3). Seit Golgatha hat Satan jedoch keine direkte Macht und Wirkungsmöglichkeit mehr bei denen, die durch Buße und Glauben unter ein neues Gesetz gekommen sind: das Gesetz des Geistes und des Lebens in Christo Jesu. Warum also sollten wir uns wieder den schwachen und dürftigen Mächten zuwenden und ihnen von neuem dienen? (siehe Gal 4,9-11). Warum sollten wir uns den Weltbeherrschern  (Kosmokraten) unterwerfen, und aus mystischer Furcht vor Wasseradern und Erdstrahlen unsere Nachtlager von einer Ecke in die andere verrücken und teure „Abschirmgeräte“ kaufen?

ZUM OKKULTEN GRENZVERKEHR

Angesichts der bedrückenden Zunahme des „kleinen Grenzverkehrs nach drüben“, der, wie wir sahen, in allen Schattierungen und Erfahrungen mehr oder weniger intensiv gepflegt wird und der trotz eindeutiger biblischer Verbote (5Mo18,9-14; Jes 8,19-22; 3Mo 19,31; 20,6.27) seit Mitte des 19. Jahrhunderts immer beliebter und aktueller wird, stellt sich die berechtigte Frage, womit diese, zum Teil recht frommen Kreise, ihre spirituellen Aktivitäten begründen. Die ausgesprochenen Spiritisten unter ihnen machen es sich relativ einfach. Sie verweisen ebenso kühn wie überzeugt auf Lukas 20,37.38, wo geschrieben steht: „Ich bin der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen, ihm leben sie alle“. Da der Herr hier bestätigt, dass die Toten leben, erscheint ihnen ihr Kontakt mit den Jenseitigen legitim und unanfechtbar, denn die Bibel verbiete ja nur die „Befragung“ der Toten! Die „gläubigen“ Geisterfreunde aus dem charismatischen Pietismus verweisen dazu auf Hebräer 12,1, auf die „Wolke von Zeugen“ und auf Hebräer 12,23, wo es heißt: „ihr seid gekommen… zu den Geistern der vollendeten Gerechten…“. Wie anders könne die Verbundenheit mit der „oberen Schar“ realisiert werden als durch spirituelle Kontaktaufnahme?! Bleibt nur die noch fragwürdigere Einbeziehung ihrer Einblicke in die finstere Geisterwelt, an der diese „Begnadeten“ eine besondere Aufgabe zu haben meinen, und zwar aufgrund der irrigen Auffassung zu Matthäus 18,18, die auch das Lösen und Binden von Geistermächten für die Jünger Jesu angeblich beinhalte.
Man sieht, es gibt keinen, noch so abwegigen Irrtum, der sich nicht mit geschickter Drehung von Bibelstellen „beweisen“ ließe!

Schlusswort

Hüten wir uns, geistige Anleihen aus den verlockenden Angeboten besonders „bevollmächtigter“ Verkündiger aufzunehmen. Bleiben wir unbeweglich und unerschütterlich – trotz aller verführerischen Geistesströmungen – bei dem geschriebenen inspirierten Wort Gottes, dass wir allein in unserer Bibel haben, und lassen wir uns dieses Wort nicht durch spitzfindige Schwärmer uminterpretieren. Das ist der einzige Schutz gegen fremde Direktinspiration durch betrügerische Geister.

Anmerkungen

Aus unveröffentlichten Schriften von Rudi Holzhauer.
[1] 1897-1982, führende Vertreterin der „Inneren Heilung“. Ihre Veröffentlichungen werden von Arnold Bittlinger, Wolfram Kopfermann, (Hefte: Charisma und Kirche) unterstützt und vom Marburger Kreis weitergereicht
[2] Heilendes Licht, Verlag Dr. R. F. Edel, Lüdenscheid, 1974
[3] Ebd. S. 52-53
[4] Ebd. S. 32
[5] Empfehlenswerte Literatur: Ulrich Skambraks „Vorsicht Geistheilung! Was die Wunderheiler  verschweigen“, Schulte & Gerth, Asslar, 1987
[6] Voodoo: ein magisch-religiöser Geheimkult der Nachfahren afrikanischer Sklaven in Haiti. Kennzeichen sind Besessenheit, „lebende Tote“ sowie Tanz und Ekstase. Aus:Brockhaus Enzyklopädie, 1974.
[7] [7] Rudolf  Passion, Neues Licht auf alte Wunder: PSI klärt Bibelwunderstreit, G.E. Schroeder-Verlag, Kleinjörl, 1982 Seite 15.

[8] Nahtoderfahrungen zu finden in den Büchern von J. C. Hampe, E. Kübler-Ross, Raymond Moody, Joe Snell. Auch auf dem christlichen Sektor haben sich mittlerweile die spektakulären Nahtoderlebnisse vervielfacht, verbunden mit Jesusvisionen und Erfahrungen mit der Entrückung in den siebten Himmel.
[9] Anmerkung: ab 2. Auflage ist der Titel: „…dass euch niemand verführe“
[10] Ein handschriftlicher Zusatz von Rudi Holzhauer folgt: Leider schwimmen in diesem trüben Fahrwasser auch angesehene Autoren mit, wie z.B. Gerhard Bergmann mit seinem Buch „Und es gibt doch ein Jenseits“ und Dr. med. Maurice Rawlings „Jenseits der Todeslinie“.
[11] Die Meditationspraxis dieses indischen Gurus wurde hauptsächlich durch den Kontakt mit den Beatles in den 1960er Jahren bekannt und verbreitet.
[12] Eine der Siddhi-Techniken ist das Yogische Fliegen, eine Art Schwebezustand. Bei den Anwendern ist jedoch meistens nur das erste Stadium zu sehen, ein Hüpfen.

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