„Nikolausfest.”

Unbiblische Traditionen.

NIKOLAUSFEST.

Nikolaus von Myra (Myra liegt in Lykien, heutige Südwest-Türkei) war vermutlich in der ersten Hälfte des 4. Jhds. Bischof von Myra. Zuverlässige historische Zeugnisse über ihn sind jedoch nicht vorhanden. Gesichert ist bloß der Einfluss eines späteren Abtes Nikolaus (gestorben um 560) des Klosters Sion bei Myra auf die ursprünglich griechische Legendenbildung.

Aus dem seit dem 6. Jhd. lediglich in Myra verehrten Heiligen entwickelte sich allmählich die Gestalt des byzantinischen Nikolaus. Die Nikolaus-Verehrung verbreitete sich in jenem Jahrhundert zuerst in der griechischen, später in der russischen Kirche (russischer Landespatron!). Im 9. Jhd. (dem Jahrhundert, in dem man das Weihwasser erfand) bürgerte sich der Nikolaus-Kult schließlich in Italien (z. B. Rom) ein. Von dort brachte ihn um 972 die byzantinische Prinzessin Theophano (ca. 955 – 991) in den Norden, u. a. nach Deutschland (Theophano heiratete den deutschen Kaiser Otto II. in Rom im Jahre 972, als sie noch im Kindesalter war; mit dem Traditionskirchentum stand sie stets auf gutem Fuße). In England und Frankreich wurde der Nikolaus-Kult im 11. Jhd. durch die unteritalienischen Normannen eingeführt.

Die Nikolausverehrung erreichte ihre Blüte im späten Mittelalter. Da zählt Nikolaus zu den 14 Nothelfern. Er wird zum Schutzpatron der Gefangenen, der Bäcker, der Apotheker, der Schiffer, der Kaufleute (Hanse), der Juristen und vor allem der Kinder und Schüler. Sein Fest wurde auf den 6. Dezember festgesetzt.

Die mit dem Nikolausfest am 6. Dezember verbundenen Bräuche gehen auf das in den mittelalterlichen kirchlichen Schulen seit dem 13. Jhd. ebenfalls am 6. Dezember gefeierte Kinderbischofsspiel zurück. Ein Schüler übernahm für einen Tag die Rolle des Bischofs, und Umzüge wurden veranstaltet. Nachdem sich dieses Kinderbischofsspiel auch außerhalb jener Schulen zu verbreiten begonnen hatte, kamen noch einige Gestalten, die Nikolaus begleiteten, hinzu: Knecht Ruprecht, Krampous, Gangerl u. a. Diese wurden für die Kinder zu Schreckgestalten, was vom psychologischen und erst recht vom biblischen Standpunkt aus höchst verwerflich ist!

Martin Luther (1483 – 1546) ließ in den protestantischen Gebieten die Bescherung durch den Kinderbischof „Nikolaus“ auf das Weihnachtsfest verlegen. Und so wurde aus dem „Nikolaus“ der „Weihnachtsmann mit Zipfelmütze“, und sein Festtag wurde mit dem Weihnachtsfest zusammengelegt. In römisch-katholischen Gebieten blieb die Bescherung der Kinder noch sehr lange auf den Nikolaustag beschränkt, und erst allmählich bürgerte sich der Brauch ein, die Kinder auch am Weihnachtsfest zu beschenken.

Geschrieben von Roland Odenwald.

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