Falschprophetentum.

cropped-1899723_1380075605599047_2113009375_o.jpgFalschprophetentum

Rudi Holzhauer

Wer die heutige Situation auf dem christlich-religiösen Gebiet richtig verstehen und bewerten will, der muss vor allem die geschichtliche Entwicklung und Entfaltung des religiösen Antichristentumsinnerhalb der frühen Kirche beachten, das unmittelbar nach der apostolischen Zeit seinen Anfang nahm. Dieses Antichristentum, das immer mit Machtstreben, massiver Verführung, Falschprophetentum und Abfall einhergeht, hatten der HERR und Seine Apostel in ihren Endzeitzeugnissen warnend angekündigt.

Prophetentum ist kein Privileg des jüdisch-christlichen Religionsbereiches. Wir finden es in allen Kulturen bis hin zu den primitiven Stämmen; allerdings in erster Linie nur als Wahrsagerei und Orakeldienst, d.h. als Falschprophetentum, von dem auch immer wieder das Volk Israel bedroht war. In 1. Könige 18,22 und 22,6… kamen zum Beispiel auf einen echten etwa vierhundertfünfzig falsche Propheten. Nachdem das prophetische Wort abgeschlossen und nach 1. Kor. 13,8 die Prophetengabe zum Aufhören bestimmt war, gibt es heute keine echte Prophetie mehr, auch nicht im Bereich der Gemeinde Jesu.

Zu Beginn seiner großen Endzeitrede fragen die Jünger Jesu ihren Herrn: „Sage uns, wann wird das geschehen? Und welches ist das Zeichen deines Kommens und des Endes dieses Zeitlaufes?“ Die Antwort Jesu lautet: „Sehet zu, dass euch niemand verführe…“ (Mt. 24,4).

Das erste und hervorstechendste Zeichen des nahen Endes ist demnach eine weltweite religiöse Verführung! Im weiteren Verlauf seiner Rede spricht der HERR dann von falschen Heilsverkündigern, falschen Christi und falschen Propheten, die in Seinem Namen auftreten und viele verführen. Er stellt demnach eine „charismatische“ Welle in Aussicht, die er bereits in Mt. 7,15-23 angekündigt hatte.

Auch hier ist von falschen Propheten die Rede, die in Schafskleidern kommen, aber inwendig reißende Wölfe sind. Sie haben große Erfolge aufzuweisen, denn sie weissagen im Namen Jesu, treiben böse Geister aus und vollbringen viele Taten! Aber als die Stunde der Wahrheit schlägt, nennt der HERR sie „Täter der Gesetzlosigkeit“ und distanziert sich von ihnen mit den Worten: „Ich habe euch nie gekannt“ (Mt. 7,22).

Die eigentliche Tragik am neutestamentlichen Falschprophetentum ist, dass diese „Heiligen“ und Wundertäter gar nicht um ihr Verführt-sein wissen! Wie könnten sie sonst so erstaunt fragen: „Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen viele Taten getan?“ Das dreifache „haben wir nicht“ verrät zunächst ihre selbstbewusste Eigenleistung; zum andern wird eindeutig klar, dass Erfolg auf dem charismatischen Gebiet noch lange kein Beweis für göttliche Legitimation ist.

Die alttestamentlichen Baals-und Astarte-Propheten wussten noch ganz genau, in wessen Götzendienst sie standen (1.Könige 18,19). Sie hatten dem Dienst Jahwes/Jehovas längst den Abschied gegeben. Die falschprophetischen Verkündiger im Christentum aller Jahrhunderte

hingegen sind geblendet durch den Erfolg, aus dem sie ihre feste Überzeugung ableiten, im Dienst des HERRN zu stehen. Der Name des HERRN geht ihnen leicht über die Lippen; Ehre und Ansehen in der Gemeinde ist ihnen gewiss. Und wer möchte schon als anerkannter Diener Christi ganz darauf verzichten?! Gerade heute ist der Ruf nach „speziell bevollmächtigten“ Brüdern in der den dämonischen Angriffen ausgesetzten Gemeinde der Endzeit unüberhörbar. Das Verlangen danach motiviert die „Begabten“ geradezu zu einem Einsatz aller ihrer Fähigkeiten einschließlich, wenn oft auch unbewusst, ihrer okkulten Kräfte.

Die Vorausankündigung eines Einbruchs „reißender Wölfe in die Herde Christi“ hatte Paulus selbst bei seinem Abschied von den Ältesten in Ephesus gegeben. In Apg. 20,29.30 schreibt Lukas: „Auch aus euch selbst“ – aus der Mitte der Gemeinde also – „werden Männer aufstehen, die verkehrte Lehren bringen, um die Jünger an sich zu ziehen“, d.h., sie werden sie an ihre Person, ihren Glaubensstil und ihre religiösen Vorstellungen binden.

Es ist geradezu ein Kennzeichen in der Gegenwartsverkündigung, dass die Warnungen des HERRN und der APOSTEL bezüglich der Endzeitverführung ignoriert, zumindest aber nicht gebührend beachtet werden. Man ist bestrebt, möglichst viele Menschen „zu Jesus zu führen“; das gelingt aber heute kaum noch, ohne den schmalen, von unserem HERRN gewiesenen Weg kräftig zu verbreitern und ihn, entsprechend dem Bequemlichkeitsbedürfnis unserer Zeit, „befahrbar“ zu machen. Wir hören zwar große kämpferische Worte über das theologische Chaos, über den Abfall der Großkirchen, über Bibelkritik und Feminismus, aber über die betrügerischen und arglistigen Arbeiter(2.Kor. 11,13 und Phil. 3,2), die innerhalb der Gemeinde wirken, verschwendet man keinen Gedanken. Sie müssen angeblich um der Liebe willen „getragen“ werden. Paulus hingegen spricht von solchen als von „falschen Brüdern“, die sich nebeneingeschlichen haben (Gal. 2,4). „Sie haben den Schein eines gottesfürchtigen Wesens, verleugnen aber seine Kraft …; es sind Menschen mit zerrütteten Sinnen, untüchtig zum Glauben“, und er befiehlt: „Solche meide!“ (2.Tim. 3, 5-8). In Rö. 16,17.18 mahnt Paulus: „… dass ihr achtet auf die, die da Zertrennung und Ärgernis anrichten neben der Lehre…, weichet von ihnen. Denn solche dienen nicht dem HERRN Jesus Christus, sondern ihrem Bauche; und durch süße Worte und prächtige Reden verführen sie die Herzen der Arglosen.“ Dass es sich hier um Verkündiger des Evangeliums handelt, ist klar ersichtlich. Das ist die eigentliche Tragik. Paulus spricht sogar von falschen Aposteln, die sich als arglistige Arbeiter zu Christi Aposteln verstellen (2.Kor. 11,13). Seine Anweisung gegenüber solchen Tendenzen ist klar und eindeutig, wenn er zum Beispiel an Timotheus schreibt: „… bewahre das anvertraute Gut, indem du die unheiligen leeren Reden und Einwände der fälschlich sogenannten ‚Erkenntnis‘ meidest, zu der sich einige bekennen und von dem Glauben abgeirrt sind“ (1.Tim. 6,20 Elb. Bibel).

Frage: Haben wir den Mut zur Absonderung, oder wollen wir warten, bis der schleichende Irrtum auch unseren Blick getrübt und vernebelt hat? Dass das Anti-und Abfalls-Christentum in der Mitte der Gemeinde entsteht und von ihr ausgeht, hat auch der Apostel Johannes in seinem 1. und 2. Brief deutlich genug bezeugt. In l. Joh. 2,18-19 schreibt er: „Kinder, es ist die letzte Stunde; wie ihr gehört habt, dass der Widerchrist kommt, so sind jetzt schon viele Widerchristen geworden; daran erkennen wir, dass die letzte Stunde ist. Sie sind von uns ausgegangen, aber sie gehörten nicht zu uns. Denn wenn sie zu uns gehört hätten, wären sie bei uns geblieben …“ Und im 2. Brief heißt es in Vers 7: „Denn viele Verführer sind in die Welt ausgegangen, die nicht bekennen Jesus Christus im Fleische gekommen. Dies ist der Verführer und der Widerchrist.“ Antichristentum ist also ein religiöses und kein politisches Problem. Der moderne Atheismus marxistischer Prägung ist zwar auch antichristlich, aber nur um seiner allgemein antigöttlichen Einstellung willen. Der Marxismus ist antireligiös: er betrachtet jede Religion als das „Opium des Volkes“.

Das historische und gegenwärtige Falschprophetentum im Volke Gottes bezeugt besonders eindringlich der Apostel Petrus im 2. Kapitel seines zweiten Briefes. Es seien wenigstens die beiden ersten Verse zitiert:

„Es waren aber auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch falsche Lehrer unter euch sein werden, die verderbliche Sekten einführen werden; damit verleugnen sie den Herrscher, der sie erkauft hat und bringen über sich ein rasches Verderben. Und viele werden ihren Ausschweifungen folgen, und um ihretwillen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden.“

Als letzter Hinweis auf den Ernst unserer Zeit sei nochmals Paulus genannt. Mit dem echten prophetischen Blick eines Apostels weist er in 2.Thess. 2 in den Versen 3 und 4 auf den endzeitlichen Abfall im Christentum hin: „Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbar werden, der Sohn des Verderbens. Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott.“ Nach neutestamentlichen Zeugnissen und Begriffen ist auch die Kirche bzw. die Gemeinde der Tempel Gottes (l. Kor. 3,16; 2.Kor. 6,16; Eph. 2,21). Das Antichristentum innerhalb der Landeskirchen ist zweifellos ein Hauptgrund des Abfalls vom Christusglauben. Von 1972 bis 1982 traten allein in der Bundesrepublik 1,52 Millionen Mitglieder aus der Kirche aus.

Man hat mir gelegentlich den Vorwurf gemacht, ich würde in meinen Warnzeugnissen die Negativseiten im christlichen Wirkungsbereich der Gegenwart zu stark herausstellen, die vielen positiven Aspekte der weltweiten Verkündigung aber, die sich in vielfältigen Erweckungsgeschehnissen niederschlügen, übersehen; neben jedem echten Wirken des Geistes Gottes könne man Übertreibungen, Fehlentwicklungen, ja sogar satanisch entartetes Glaubensleben beobachten; solche Erscheinungen seien normal, durch die Gabe der Geisterunterscheidung zu erkennen und durch Wachsamkeit und Gemeindezucht auszuschalten.

Schön wäre es, wenn es so einfach ginge! Tatsache ist, dass sich gerade die schwärmerischen Auswüchse erstaunlich schnell festigen und durchsetzen, denn gerade auf dieser Seite befindet sich das aktivere, scheinbar überzeugendere und geistesmächtigere Element. Wer wagt es schon, einem charismatischen Gabenträger entgegenzutreten, wenn der Verdacht besteht, dieser könnte aus fremden Quellen inspiriert sein? Der Respekt vor einer „Begnadung“ und die bewusst geschürte Furcht, den Heiligen Geist zu lästern, lässt jeden Widerstand im Keim ersticken. Das ist das unbestrittene Plus aller schwarmgeistigen Bewegungen! Was aber das sog. „Erweckungsgeschehen“ betrifft, so ist erstens festzustellen, dass es nur die pfingstlichen und schwarmgeistigen Richtungen sind, die in ihrer erfolgsorientierten Propaganda in christlichen Wachstumsraten schwelgen.

Wenn man ihre Erfolgsmeldungen der letzten 30 Jahre zahlenmäßig addiert, müsste die ganze Welt bereits christianisiert sein! Nüchterne Religionsstatistiken hingegen beweisen das genaue Gegenteil. Die Religionen der Weltvölker und der marxistische Atheismus sind unaufhaltsam auf dem Vormarsch.

Zum zweiten spricht das prophetische Wort der Heiligen Schrift an keiner Stelle von einer Welterweckung vor dem Kommen des HERRN, sondern Abfall, Verführung und Verfolgung sind die Kennzeichen am Ende der Tage. Es wird sein wie in den Tagen Noahs und zu den Zeiten Lots, sagt der HERR voraus, und Er stellt die Frage:

„Meint ihr, wenn des Menschen Sohn kommen wird, dass er den Glauben finden werde?“ (Luk. 18,8).

Rudi Holzhauer, Verführungsprinzipien, IABC, 2012, S.61-65.

Quelle:http://distomos.blogspot.de/

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